Kennedys vor Weißem Haus verhaftet

Foto: flickr/rwreinhard

Prominenter Protest gegen Öl-Pipeline: Die Kennedys und das Weiße Haus- eine Geschichte, die bis in die Gegenwart reicht. Zog es doch jetzt Neffe und Großneffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy an den Amtssitz des amerikanischen Staatsoberhauptes.

 

Robert F. Kennedy junior und sein 18-jähriger Sohn Connor fesselten sich mit Kabelbindern an ein Tor zum Weißen Haus, um auf diese Weise ihrem Unmut über das geplante Pipeline-Projekt Keystone XL Luft zu machen. Am einstigen Arbeitsplatz des legendären Vorfahren ließen sich die Kennedys schließlich in Handschellen von der Polizei abführen.

 

„Leider ist ziviler Ungehorsam die einzige Waffe gegen ein derart katastrophales und kriminelles Unternehmen“, kommentierte Robert Kennedy junior die Protestaktion, die von 46 weiteren Aktivisten begleitet wurde. Kennedy, ein in den USA bekannter Rechtsanwalt und Umweltaktivist, betonte aber auch: „Ich bin überzeugt, dass Präsident Obama und sein Assistent Kerry das Richtige tun werden. Dafür möchten wir unsere Unterstützung zeigen.“

 

Sorge um Klima und Grundwasser

 

Die Aktion vom 13. Februar 2013 ist nur das letzte Glied in einer Kette von Protesten, die sich seit November 2011 unter dem Namen „Tar Sands Action“ gegen die Pipeline richten. Kennedy, der als Präsident der Waterkeeper Alliance einer New Yorker Umweltgruppe vorsitzt, sorgt sich unter anderem um das Grundwasser. Denn die geplante Ölleitung soll direkt durch das Wasserschutzgebiet Ogallala führen, das einen Großteil von Nebraska sowie der „Kornkammer der USA“ mit dem kostbaren Nass versorgt.

 

Zudem soll das zu transportierende Öl aus Teersand gewonnen werden- einer Quelle, die nur unter riesigem Energieaufwand und Wasserverschleiß zu erschließen ist. Allein die Treibhausgasemissionen sind damit viermal so hoch wie bei „normalem“ Erdöl. „Das ist die die dreckigste und teuerste Energiequelle, die man sich als Verbraucher nur vorstellen kann- und letztlich zahlen die nachfolgenden Generationen den Preis dafür“, so Kennedy.

 

Gerichtsprozess gegen Pipeline?

 

Der Sohn des einstigen Senators Robert Kennedy ist als entschiedener Gegner der fossilen Brennstoffindustrie und als Verfechter erneuerbarer Energien bekannt. In einem Exklusivinterview mit RenewEconomy im Januar warb er für eine Demokratisierung der Energieindustrie durch eigene Energieproduktion, wie der Anbringung von Solaranlagen auf jedem einzelnen Hausdach im Land. Nur so könne das Machtmonopol einzelner, extrem wohlhabender Kohle- und Ölfirmen durchbrochen werden.

 

Gegenüber dem Newser sagte Kennedy, er habe sich nur ungern verhaften lassen. Nichts würde er stattdessen lieber tun, als das Pipeline-Projekt vor Gericht anzufechten. Man darf gespannt sein, was dem Neffen des einstigen US-Präsidenten, der schon als Achtjähriger mit seinem Onkel über Umweltverschmutzung diskutierte, als Nächstes einfällt.

 

An prominenter und einflussreicher Unterstützung sollte es ihm nicht mangeln: Zu den Gegnern von Keystone XL zählen inzwischen nicht nur die EU, sondern auch nicht weniger als neun Nobelpreisträger, die ihren Kollegen Obama in einem persönlichen Brief zur Aufgabe des Pipeline-Projektes aufforderten.

niso

 

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