Mit Pinsel und Bohrer auf Protestmarsch

Foto: Screenshot "Müllerstraße 6"

Eine beherzte Gruppe von Kulturschaffenden aus München kämpft für bezahlbaren Mietraum. Ihr Erfindungsreichtum kennt hierbei keine Grenzen. Mit ihrer aktuellen Aktion „Müllerstraße 6. Hier renovieren wir für die Stadt München!“ zeigen sie auf sehr praktische Art und Weise, dass Wohnungen sanierbar sind und nicht notgedrungen neuen Luxusbauten weichen müssen. Ein Denkzettel an die Stadt!

 

Wer kennt die Bilder aus Berlin nicht? Wütende Bürger, die 6 Uhr morgens vor dem Eingang eines Mehrparteienhauses lautstark gegen eine angekündigte Zwangsräumung protestieren. Solidarität unter den Bürger, Missmut unter den Polizeibeamten, die unter Einsatz von Pfefferspray versuchen dem Gerichtsvollzieher den Weg zu dem Mietshaus frei zu bahnen.

 

Bezahlbarer Mietraum wird immer seltener. Da ist es kaum verwunderlich, dass den Bürgern Räumung und Abriss von Mietshäusern zugunsten von neuen Edel-Suiten zur Weißglut bringen. Ebenso wenig Verständnis kann die Stadt von ihren Steuerzahlern erwarten, wenn sie jahrelang bewohnbare Häuser leer stehen lässt, um sie dann nach geraumer Zeit abzureißen und durch moderne Stahlkomplexe für Superreiche zu ersetzen. Argument der Ämter: Die Sanierung des Hauses rentiert sich nicht mehr.

 

Genau dies ist nun in München der Fall. Doch die Anwohner sind nicht auf den Kopf gefallen. Gemeinsam mit den Jungs von Goldgrund, einer Immobilienorganisation spezieller Art und vielen Münchner Künstlern schritten sie vom Protest über in die Form des praktischen „Widerstandes“. Sie griffen selbst zu Farbeimer und Flex und zeigten in eigener Renovierungskunst wie im Nu aus der angeblich maroden Immobilie eine bewohnbare Oase werden kann. Global° zieht den Hut vor den Einfallspinseln Goldgrund-Family, Dieter Hildebrandt, Mehmet Scholl, den Sportis, Blumentopf, Fiva und vielen Mehr. Eine tolle Aktion, um die Stadt mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Hoffentlich geht sich die Rechnung auf und die Aktion zeigt Wirkung.

 

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