Jetzt gilt’s, Herr Bundesumweltminister

Foto: Chr. Doppelgatz

Schonzeit vorbei: Der BUND will nun ernst machen mit dem neuen Umweltminister Peter Altmaier. Die Umweltschützer sandten dem von modernen Medien begeisterten Minister zum 100. Tag im Amt eine Twitter-Botschaft: „Überraschend guter Start! Jetzt Bremser der Energiewende stoppen“.

Der Wunsch ist klar und deutlich formuliert: „Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger erwartet von Altmaier, dass er in nächster Zeit vor allem die Vorzüge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) herausstellt.“ Dieses sei schließlich weltweit von mehr als 50 Staaten kopiert worden, betonen sie in ihrer Pressemeldung zum Ministerjubiläum.

 

Energiewende darf nicht verwässert werden

 

„Das EEG darf nicht geschleift werden. Das verlangen nur jene, denen die Energiewende und der Klimaschutz egal sind“, sagte Weiger. Der schnelle Abschied von Atomkraftwerken und von der klimaschädlichen Kohleverstromung erfordere den entschlossenen Ausbau der regenerativen Energien. Überzeugungsarbeit leisten müsse Altmaier vor allem bei seinem Kabinettskollegen Philipp Rösler. Dieser habe bisher leider nur wenig Interesse gezeigt, brach liegende Energie-Sparpotentiale zu mobilisieren.

Erstaunen ausgelöst habe der Bundesumweltminister in seinen ersten 100 Amtstagen mit dem intensiven Bestreben zur Kommunikation mit den Umweltverbänden. Sein Arbeitsprogramm bis zum Ende der Legislaturperiode weise dennoch gravierende Lücken auf, bemängelte der BUND-Vorsitzende. Beispielsweise fehle ein Konzept zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich.

Manche Themen habe der Bundesumweltminister „offensichtlich noch gar nicht auf dem Schirm“, sagte der BUND-Vorsitzende. So sei Altmaier auch für den Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Chemikalien zuständig. „Wir konnten gefährliche Weichmacher in hohen Konzentrationen in Kindertagesstätten nachweisen. Sie sind dort in PVC-Böden, Spielzeug und Gymnastikbällen enthalten. Altmaier muss dem Vorbild der dänischen Umweltministerin Ida Auken folgen und umgehend alle Chemikalien verbieten, die Kinder schädigen können“, forderte Weiger.

 

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