Alarmierend: Immer weniger Vögel und Insekten

Der Rückgang der Brutvögelbestände in Deutschland beschleunigt sich. Die Ursache dafür ist neben dem Mangel an Nahrung und Lebensraum auch der Insektenschwund.

Foto: DanielAlon / Pixabay CC0

Auf einen Verlust von rund 300 Millionen Brutpaaren werden die Rückgänge in der Agrarlandschaft der Europäischen Union zwischen 1980 und 2010 veranschlagt. Erschreckend auch der Bestandsrückgang beim Rebhuhn in Deutschland: Mit Bezug auf Angaben des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten beziffert die Bundesregierung den Rückgang von 1990 bis 2015 auf 84 Prozent.

Als Gründe für den Rückgang bei den Vogelarten verweist die Bundesregierung auf unter anderem "Lebensraumveränderungen, Verringerung des Nahrungsangebotes (insbesondere Rückgang der Insektenbiomasse) und direkte Verfolgung (Prädation)". Für den Rückgang der Insektenbiomasse sei auch der großflächige Einsatz von Insektiziden in der Landwirtschaft verantwortlich, schreibt die Bundesregierung unter Berufung auf den Statusbericht "Vögel in Deutschland 2014".

Peter Berthold, Deutschlands renommiertester Ornithologe, hat zu diesem Thema gerade ein neues Buch veröffentlicht. In "Unsere Vögel" schreibt er über die Nomaden der Lüfte:

"Vögel faszinieren uns auf vielfältige Weise. Und sie sind uns ans Herz gewachsen. Doch Vögel sind auch unsere wichtigsten Bioindikatoren. Ihr zunehmendes Verschwinden zeigt uns, dass es um ihren und unseren Lebensraum in diesem Land nicht gut bestellt ist. Denn das Artensterben hat inzwischen alle Gruppen von Tieren und Pflanzen erfasst und macht auch vor dem Menschen nicht Halt. Es wird höchste Zeit, daran etwas zu ändern."

Peter Berthold zeigt in seinem faszinierenden Buch die Vielfalt unserer Vogelwelt, aber auch, weshalb sie gefährdet ist und was wir tun können, um sie zu erhalten.

Foto: Ullstein Verlag / privat

Peter Berthold: Geboren 1939, ist Ornithologe und Verhaltensforscher. Von 1981 bis 2005 war er Professor für Biologie an der Universität Konstanz. Ab 1998 war er bis zu seiner Emeritierung Direktor des Max-Planck-Instituts für Ornithologie und von 1991 bis Januar 2005 Leiter der Vogelwarte Radolfzell. Seit 2006 ist er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Er hat das ornithologische Standardwerk „Vogelzug“ verfasst sowie den Bestseller „Vögel füttern, aber richtig“. 2001 war er Berater für den legendären Kinofilm „Nomaden der Lüfte“. Berthold erhielt mehrere Auszeichnungen und beschäftigt sich unter anderem mit den Folgen des Klimawandels.

Peter Berthold

Unsere Vögel

Ullstein Verlag

ISBN-13 9783550081224

336 Seiten

24,00 €

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Siegfried Marquardt
20-10-17 19:01:
Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch!
Wie die TV-Medien am Donnerstag, dem 19.10. und am Freitag, dem 20.10. berichteten (siehe rbb aktuell, rbb zibb, ARD Tagesschau,….) hat der Bestand an Insekten in den zurückliegenden ca. 30 Jahren seit 1989 beängstigend um 75 Prozent (!!!) abgenommen, wie Umweltforscher vom NABU mit anspruchsvollen und mühevollen Methoden herausfanden. Dass ist nicht nur schlechthin eine alarmierende Meldung und ein Alarmzeichen, sondern stellt bereits eine Umweltkatastrophe dar, wenn dies manchem auch nicht so bewusst sein sollte! Man kann es ganz knapp auf den Nenner bringen: Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch! Die Insekten spielen nämlich im ökologischen Gesamtsystem eine imminent wichtige Rolle, beispielsweise bei der Bestäubung der Blüten von Nutzpflanzen mit Pollen, so dass diese erst zum Blühen angeregt werden. Aber auch die Vögel sind vom massenhaften Insektensterben direkt betroffen, weil die Insekten für Vögel als Futter fungieren. So sind bereits 50 Prozent der Vogelarten ausgestorben. Wenn die Insekten schätzungsweise in den nächsten 10 Jahren aussterben sollten, falls nicht augenblicklich gegengesteuert wird, dann sieht es mit dem Speiseplan des Menschen und der Nutztieren ganz mager mit Obst und Gemüse und anderen Früchten aus. Das Problem der gravierenden Reduzierung der Insekten ist dabei durch den Menschen selbst verursacht worden: Überdüngung der Felder mit Gülle, die Verwendung von Pestiziden und anderen Unkrautvernichtern, überdimensionierte Monokulturen soweit das Auge reicht und die Verschmutzung der Umwelt mit CO2 und Methan, um nur einige negative Faktoren zu benennen. Dies sollte unbedingt Anlass zum sofortigen Handeln sein! Sukzessive sollten unbedingt die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und endlich die alternativen Energieerzeuger und Energieträger, wie Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke effektiv und voll zum Einsatz gelangen! Dazu sind so schnell wie möglich die Stromnetze auszubauen (und nicht nur für Bayern) und effiziente Energiespeicher zu entwickeln. Auf zig Quadratkilometer von Monokulturen sollte überhaupt verzichtet werden und unbedingt zum Ökolandanbau bundesweit übergegangen werden. Die Felder sollten mit natürlichen Düngemittel (Stichwort tierischer Mist) gedüngt werden. Ansonsten sitzt der Mensch bald wieder auf den Bäumen, um die Arbeit von Insekten zu erledigen (siehe China).
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen
Franz Weininger
18-09-17 18:43:
Glyphosat ist die Ursache, es vergiftet die Insekten, die als Nahrungskette unserer Vögel dienen.
Franz Weininger
18-09-17 18:40:
Herr Berthold hat recht, wie drastisch in den letzten drei vier Jahren die Vögel verschwunden sind ist nicht normal. Die Raubvögel schlagen nur noch Singvögel, ihre natürliches Mäuseangebot ist versiegt, vergiftet vom Unkrautvernichter. Die Insekten ebenso, nur halbverendete oder tote finden die Singvögel noch, sie schleppen die giftbeladenen zu ihren Jungen ans Nest und die Brut verendet. Ein Buchfingpärchen hat es dreimal in diesem Jahr versucht, kein einziger Jungvogel wurde flügge. Glyphosat ist die Ursache, der Unkrautvernichter tötet Insekten, Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und nicht zuletzt die Vögel.
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Siegfried Marquardt
20-10-17 19:01:
Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch!
Wie die TV-Medien am Donnerstag, dem 19.10. und am Freitag, dem 20.10. berichteten (siehe rbb aktuell, rbb zibb, ARD Tagesschau,….) hat der Bestand an Insekten in den zurückliegenden ca. 30 Jahren seit 1989 beängstigend um 75 Prozent (!!!) abgenommen, wie Umweltforscher vom NABU mit anspruchsvollen und mühevollen Methoden herausfanden. Dass ist nicht nur schlechthin eine alarmierende Meldung und ein Alarmzeichen, sondern stellt bereits eine Umweltkatastrophe dar, wenn dies manchem auch nicht so bewusst sein sollte! Man kann es ganz knapp auf den Nenner bringen: Stirbt die Biene, dann stirbt der Mensch! Die Insekten spielen nämlich im ökologischen Gesamtsystem eine imminent wichtige Rolle, beispielsweise bei der Bestäubung der Blüten von Nutzpflanzen mit Pollen, so dass diese erst zum Blühen angeregt werden. Aber auch die Vögel sind vom massenhaften Insektensterben direkt betroffen, weil die Insekten für Vögel als Futter fungieren. So sind bereits 50 Prozent der Vogelarten ausgestorben. Wenn die Insekten schätzungsweise in den nächsten 10 Jahren aussterben sollten, falls nicht augenblicklich gegengesteuert wird, dann sieht es mit dem Speiseplan des Menschen und der Nutztieren ganz mager mit Obst und Gemüse und anderen Früchten aus. Das Problem der gravierenden Reduzierung der Insekten ist dabei durch den Menschen selbst verursacht worden: Überdüngung der Felder mit Gülle, die Verwendung von Pestiziden und anderen Unkrautvernichtern, überdimensionierte Monokulturen soweit das Auge reicht und die Verschmutzung der Umwelt mit CO2 und Methan, um nur einige negative Faktoren zu benennen. Dies sollte unbedingt Anlass zum sofortigen Handeln sein! Sukzessive sollten unbedingt die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden und endlich die alternativen Energieerzeuger und Energieträger, wie Wind-, Solar- und Wasserkraftwerke effektiv und voll zum Einsatz gelangen! Dazu sind so schnell wie möglich die Stromnetze auszubauen (und nicht nur für Bayern) und effiziente Energiespeicher zu entwickeln. Auf zig Quadratkilometer von Monokulturen sollte überhaupt verzichtet werden und unbedingt zum Ökolandanbau bundesweit übergegangen werden. Die Felder sollten mit natürlichen Düngemittel (Stichwort tierischer Mist) gedüngt werden. Ansonsten sitzt der Mensch bald wieder auf den Bäumen, um die Arbeit von Insekten zu erledigen (siehe China).
Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen
Franz Weininger
18-09-17 18:43:
Glyphosat ist die Ursache, es vergiftet die Insekten, die als Nahrungskette unserer Vögel dienen.
Franz Weininger
18-09-17 18:40:
Herr Berthold hat recht, wie drastisch in den letzten drei vier Jahren die Vögel verschwunden sind ist nicht normal. Die Raubvögel schlagen nur noch Singvögel, ihre natürliches Mäuseangebot ist versiegt, vergiftet vom Unkrautvernichter. Die Insekten ebenso, nur halbverendete oder tote finden die Singvögel noch, sie schleppen die giftbeladenen zu ihren Jungen ans Nest und die Brut verendet. Ein Buchfingpärchen hat es dreimal in diesem Jahr versucht, kein einziger Jungvogel wurde flügge. Glyphosat ist die Ursache, der Unkrautvernichter tötet Insekten, Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und nicht zuletzt die Vögel.

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