BlackRock regiert mit 4 Billionen Dollar die Welt

Vier Billionen Dollar Anlagevermögen - in Zahlen: 4.000.000.000.000 – das entspricht dem zehnfachen Haushalt der Bundesrepublik Deutschland. Laurence „Larry“ Finks Unternehmen BlackRock ist größer als die Deutsche Bank, Goldman Sachs  und JP Morgan zusammen. Sein Imperium ist allein in neun deutschen Aktienunternehmen größter Einzelaktionär, darunter BASF, Daimler, Lufthansa  und die Deutsche Bank .

 

Foto: Screenshot Video

Wenn Arbeiter in Deutschland auf die Straße gehen, weil ihre Firma die Löhne drücken will, oder Mieter gegen den Verfall ihrer Wohnungen kämpfen, dann stecken nicht selten Finanzkonzerne dahinter, deren Namen nur Insidern etwas sagen. Sie sind die eigentlich Mächtigen dieser Welt. Das ist das Ausgangs-Szenario der beeindruckenden ARD-Dokumentation „Die Story: „Geld regiert die Welt“. Sie zeichnet nach, wie im Schatten der Bankenregulierung neue Finanzimperien heranwuchsen, die nicht reguliert und nicht kontrolliert werden.

Der in Köln lebende Ökonomie-Professor Max Otte, der in der Dokumentation zu Wort kommt, sagt: "Nach der Bankenregulierung ist das Geld in die Schattenbanken und Fondsgesellschaften abgewandert. Das verstärkt die Mechanismen sogar, weil die Öffentlichkeit glaubt, dass man das Banken-Problem im Griff habe und die anderen Sektoren gar nicht so genau beachtet werden.“ Wer kennt schon Finanzkonzerne mit den Namen BlackRock oder KKR?

Nach einer Analyse des Physikers Dr. James Glattfelder von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, ist es ein Netzwerk von nur 147 Unternehmen, die fast die Hälfte der globalen Wirtschaft kontrollieren; ein Netz von gegenseitigen Beteiligungen.

Der größte in diesem Netz ist BlackRock und investriert nicht nur über 16 Milliarden Dollar in die Drohnen-Industrie, auch in den Genmais-Giganten Monsanto  oder in Firmen, die in Indonesien Regenwald abholzen, um dort Palmöl in Monokulturen zu produzieren. Bill Cohen, Ex-Banker, bringt es in der Doku auf einen einfachen Nenner: “Wenn er möchte, kann sich Larry Fink immer und überall durchsetzen. BlackRock kann Druck auf Regierungen und Firmen jeder Größe ausüben.“

 

Das geplante Freihandelsabkommen TTIP

Anlässlich der laufenden Verhandlungsrunden zwischen den USA und der EU zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) und der fehlenden Transparenz der Verhandlungen sowie den aggressiven Industrielobbyismus beiderseits des Atlantiks stellt sich mir nach dieser Doku die Frage, welchen Einfluss nehmen gerade Larry Fink mit BlackRock und andere aus dem Club der 147 auf die Politiker am Verhandlungstisch.

Das Freihandelsabkommen soll die jeweiligen Standards der EU und der USA in "nicht handelspolitischen" Bereichen vereinheitlichen. Diese angestrebte "Harmonisierung" orientiert sich weitestgehend an den Interessen der Konzerne und Investoren. Werden deren Standards nicht erfüllt, können zeitlich unbegrenzte Handelssanktionen verhängt werden. Oder es werden gigantische Entschädigungen für die Unternehmen fällig.

Machen wir es am Beispiel des Chlorhühnchen, das in den Medien vielfach diskutiert wird, deutlich. Seit 1997 darf in der EU Hühnchenfleisch das für den menschlichen Verbrauch gedacht ist nur mit Wasser gewaschen werden, wohingegen in den USA unter anderem Chlor zugelassen ist. Wenn das Abkommen zustande käme, könnten sich einzelne Konzerne denselben Rechtsstatus wie Nationalstaaten verschaffen. Das würde dann etwa bedeuten, dass amerikanische Unternehmen die deutsche Regierung wegen dieses Einfuhrverbots verklagen könnten, um ihre "entgangenen Gewinne" mit Steuergeldern auszugleichen.

Dieses System einer extremen Begünstigung der Unternehmensinteressen wurde bereits in mehreren "Freihandelsabkommen" der USA verankert. Dadurch erhielten Unternehmen, die gegen Verbote giftiger Substanzen, Gesetze über Wasserschutz und andere "investitionsfeindliche" Regelungen geklagt hatten, mehr als 400 Millionen Dollar an Steuergeldern

Bis jetzt hat sich nicht nur BlackRock erfolgreich mit allen Mitteln dagegen gewehrt, dass Gesetze ihre weltweiten Geschäfte kontrollieren. Auch bei dem geplanten Freihandelsabkommen werden die Lobbyisten auf beiden Seiten des Atlantiks versuchen, den größtmöglichen Einfluss geltend zu machen. Wann wachen unsere Politiker endlich auf und begreifen, dass der von ihnen viel gepriesene „Freie Markt“ schon lange nicht mehr frei ist. Ohne Regeln geht es nicht und ohne Größenbegrenzung auch nicht.

Weitere Information:

ARD-Dokumentation „Die Story im Ersten: Geld regiert die Welt“

TTIP unfairhandelbar

Le Monde diplomatique

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