Cartoons verarbeiten Gewalt gegen Studenten

Cartoons kursieren vielerorts auf Facebook, um die gewalttätigen Methoden anzuprangern, die seitens der Regierung beim Umgang mit Studentenprotesten in Yangon, der einstigen Hauptstadt Myanmars, eingesetzt werden.

Die vor Kurzem stattgefundene gewalttätige Zerschlagung von Studentenprotesten in Myanmar hat die Justiz des Landes unterminiert. Cartoon von Kyaw Thu Rein. Via soziale Medien intensiv geteilt

Die Facebookseite Brainwave (Nyanhline; Sprache: Birmanisch) zeigt einige dieser Cartoons, die sich schnell im Netz verbreiteten, nachdem circa 200 Studenten und Aktivisten am 5. März 2015 von der Polizei angegriffen wurden.

Die jungen Protestierenden hatten sich vor dem Rathaus der Stadt Yangon versammelt. Sie warteten dort auf die Ankunft der Studenten aus Mandalay, die zu Fuß zur Hauptstadt aufgebrochen und seit dem 20. Januar bereits unterwegs waren. Zweck des Fußmarsches war es, Druck auszuüben um Bildungsreformen zu forcieren.

Der 400 Meilen lange Fußmarsch von Mandalay nach Yangon lenkte die Aufmerksamkeit des gesamten Landes auf die Forderungen der Studenten. Inklusive deren Zurückweisung eines Gesetzes, das die Regierung im vergangenen September erlassen hatte. Diese neue Regelung, so die Studenten, würde die Menschenrechte auf den Campus einschränken.

Dem Fußmarsch schloss sich auf seinem Weg durch mehrere Städte und Dörfer eine wachsende Zahl von Teilnehmern an. Diese wurden aber wiederholt von der Polizei und anderen Regierungstruppen blockiert oder eingeschüchtert.

Am 11. Februar hatte die Regierung einen Dialog mit den Studenten begonnen. Diese bekräftigten ihr Recht, Yangon zu erreichen. Die Regierung war jedoch dagegen und befahl eine Blockade, um die Studenten daran zu hindern, bis in die Hauptstadt des Landes zu gelangen. Doch die Marschierenden gingen weiter, bis sie in die Nähe von Yangon gelangten.

Um die Marschierenden zu unterstützen, versammelten sich die Studenten in Yangon vor dem Rathaus der Stadt. Sie forderten die Auflösung der Blockade.

Das war der Moment, in dem eine Gruppe von Zivilpolizisten, bekannt als Swam Ar Shin – was wörtlich übersetzt Machtinhaber bedeutet – die Studenten auseinander trieb.

Swam Ar Shin wird von vielen Einwohnern als Schlägertruppe betrachtet, die von der Regierung gedeckt wird, um Protestierende zu bekämpfen und zu verhaften. Das rote Band, das Mitglieder dieser Truppe an ihrem Arm tragen und das die Aufschrift “Im Einsatz” zeigt, wurde zum Symbol für Unterdrückung und Gewalttätigkeit seitens des Staates. Swam Ar Shin wurde berüchtigt, als sie 2007 auf brutale und gewalttätige Weise die Proteste während der ‘Safran-Revolution‘ zerschlug.

Es wird die Hoffnung gehegt, dass Myanmars sogenannte demokratische Übergangsphase diese Truppe irrelevant machen wird. Leider wurde sie jedoch erneut mobilisiert, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Dies führte letztendlich zur brutalen Zerschlagung eines friedlichen Studentenprotests.

Ein Mitglied der berüchtigten Zivilpolizei verhaftet eine studentische Aktivistin. Das Foto verbreitete sich blitzschnell via Facebook

 

Der Einsatz von Zivilpolizisten um Versammlungen anzugreifen wurde von vielen angeprangert. Karikaturisten waren unter denjenigen, die der Regierung vorwarfen, exzessive Gewalt gegen die jungen Protestierenden zu gebrauchen. Die Cartoons, jetzt versammelt auf der Facebookseite Brainwave (Nyanhline), reflektieren den Zorn vieler Bürger sowie einen wachsenden Zynismus gegenüber politischen Reformen, die die militärgestützte Regierung angeblich durchführt.

Der Cartoonist Kyaw Thu Rainn zeigt zum Beispiel Swam Ar Shin als die größte Bedrohung eines demokratischen Übergangs des Landes.

Die Beschriftung der Grafik lautet: Myanmar's Wandlung. Die X-Achse zeigt die Jahre 2010 bis 2015. Cartoon von Kyaw Thu Rein. Intensiv geteilt via Facebook.

 

Der Cartoonist Saw Naing Htut glaubt, dass die Polizeieinheiten falsch eingesetzt werden:

Der Text sagt: “OK, lasst uns mit unserer Aktion beginnen, während sie [Polizei] woanders beschäftigt sind”. Cartoon von Saw Naing Htoo. Intensiv geteilt via Facebook.

 

Der Cartoonist AAW Taung Gyi stellt durch seine Comic-Kurzgeschichten auch die Aufrichtigkeit der Regierung in Frage:

Links: In unserem Land werden Hunde trainiert, den gewalttätigen Teil zu erledigen. Rechts: In unserem Land trainieren wir Leute, gewalttätig zu sein. Cartoon von AAW Taung Gyi. Intensiv geteilt via Facebook.
Oben: Liebe und werte Bürger, wer zurück gehen möchte, den werden wir zurücklassen müssen. Unten: Hey, hey, wartet auf mich. Cartoon von AAW Taung Gyi. Intensiv geteilt via Facebook.

 

Der Cartoonist Kar Lu Pyi wiederum glaubt, das Bildungsgesetz sei ein wesentlicher Schritt, um eine neue Generation an Führungskräften zu tranieren:

Oben: Um mit internationalen Standards mithalten zu können, müssen wir die Qualität unserer Bildung verbessern. Mitte: Gute Führer können nur dort entstehen, wo Menschen gebildet sind. Unten: Ohne Bildung werden wir diese Art von Führungskräften bekommen. Cartoon von Kar Lu Pyi. Intensiv geteilt via Facebook.

Quelle: Globale Stimmen - Die Welt spricht zu dir, hörst du ihr zu?

Autor: Thant Sin Übersetzung: Mele Coronato

 

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