Die „heiße“ Phase des Wahlkampfs!

In zehn Tagen heißt es für den deutschen Bürger „Qual der Wahl“ – er muss sich entscheiden, welcher Volksvertreter in den nächsten 4 Jahren auf welchem Bundestags-Plätzchen sitzen soll! Die „heiße Phase“ des Wahlkampfes läuft!

 

Angela Merkel und Peer Steinbrück im "Duell" Screenshot youtube

Auch bei der Union: Ihr Countdown startete vergangenen Sonntag in Düsseldorf. So stand es jedenfalls in der BILD: „Geheimnisvolle Kugel-Lady heizt die Christdemokraten ein.“ „So sexy kann Wahlkampf sein.“ CDU/CSU und sexy? Groteske muss also herhalten, um die „heiße“ Phase bei der Union einzuläuten!

 

Denn Frau Merkel gibt sonst nur ausgelutschte und inhaltsleere Standard-Phrasen von sich: „Wir hatten vier gute Jahre für Deutschland und ich möchte, dass auch die nächsten Jahre gute Jahre werden“. Gebetsmühlenartig predigte sie dies auch den Zuschauern des TV-Duells. Ihr abschließendes „Wunschkonzert“ war Zuckerwatte für Ohren und Gemüter. Sanft säuselte sie ihre Friede-Freude-Eierkuchen-Ziele in die Kamera. Feierlicher Schluss: „Wir können das alles nur gemeinsam schaffen.“

 

Peer Steinbrück hingegen zog ernste Miene, versuchte mit stichfesten Aussagen Merkels Blick durch die rosarote Brille zu enttarnen. Ihr notorischer Einlull-Kurs und ihre schnippischen Blicke schienen Steinbrück zur Weißglut zu bringen. Leider brach die nie aus ihm heraus, so dass er teilweise etwas verkrampft rüber kam. Schade eigentlich, so war der ganze TV-Auftritt eher ein Duett – zwar in verschiedenen Tonlagen – aber sicherlich kein Duell!

 

Streitlustiger ging es da beim Dreikampf zu: Gregor Gysi und Jürgen Trittin „zogen sich zänkisch an den Haaren“. Doch gegen Rainer Brüderles neoliberal-bigottes Gepolter zogen sie gemeinsam an die Front und hielten vehement dagegen. Gysi fügte gelegentlich verächtliches Schnauben hinzu, Trittin süffisantes Gelächter. Das ganze hätte eine richtig hitzige Debatte werden können, doch die Moderatoren erstickten jeden Anflug von heißem Wahlkampf-Geschimpfe im Keim – um ihren Fragenkatalog durch zu preschen.

 

Manch Wähler wird also immer noch etwas ratlos da stehen und sich fragen: „Welche Partei will eigentlich was ändern? Wer steht für welche Politik?“ Da helfen auch die Wahlplakate nicht weiter. Eine Sintflut von aussagelosen Sprüchen prasselt auf den Bürger hernieder, sobald er aus der Haustür tritt:

 

 

Die idyllische 50er Jahre-Familie Foto: CDU Dominik Butzmann

Die CDU fordert ganz in merkelscher Manier zum gemeinsamen Pfannenkuchen-Braten auf. Obwohl die dargestellte Szenerie etwas verwirrt: Wo ist das Gemeinsame? Zu sehen ist da nur eine idyllische Familie Mama-Papa-Kind in einer sterilen Einbauküche. Der Vater steht am Herd und schwingt gekonnt die Pfanne. Oben drüber in riesigen Druckbuchstaben: „Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig.“ Lediglich die Fotoqualität weist den Betrachter daraufhin, dass dies kein Überbleibsel aus den 50er Jahren ist!

 

Auch die restlichen Parteien geben auf ihren Schildern selten Aufschluss über ihr Wahlprogramm. Übermotiviert dreinschauende Politiker grinsen um die Wette. Rainer Brüderle streckt einem auch noch seinen nach oben gerichteten Daumen entgegen. Damit der Betrachter das unverschämte Eigenlob auf keinen Fall missversteht, pappt drunter „Gut gemacht, FDP!“

 

Doch wozu sich lange über das Wahl-Geplänkel ärgern... einfach mal nachfragen bei den Parteien. Das hat sich auch Greenpeace gedacht und Fragen an Spitzenpolitiker geschickt. 19 präzise Fragen, darunter fünf Bürgerfragen zu Energiepolitik, Klimaschutz, Verkehr, Waldschutz und Landwirtschaft sowie Arktis und Meeresschutz. In ihrem Wahlkompass Umweltpolitik stehen CDU, SPD, FDP, die Grünen und die Linken Rede und Antwort.

 

Auch wenn’s „nur“ um Umweltpolitik geht, reinschauen lohnt sich! Denn „Umwelt- und Klimapolitik umfassen mehr als bloß den Strompreis. Unser Wahlkompass prüft die Parteien auch zu wichtigen Themen, die bei der überhitzten Debatte um die Energiewende unter den Tisch fallen“, so Stefan Krug, Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace in Berlin.

 

Der Wahl-O-Mat widmet übrigens nur fünf seiner 38 Fragen der Umwelt – also eine prima Zusatzinfo für alle, denen Natur, Tier und Ernährung wichtig sind!

 

 

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