Ken Loach gewinnt die Goldene Palme in Cannes

Bei den 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes gewinnt der britische Regisseur Ken Loach seine zweite Goldene Palme, diesmal für sein Sozial-Drama „I, Daniel Blake“.

Foto: Diem25/pressenza.org

Der 59 Jahre alte Daniel Blake (Dave Johns) hat sein Leben lang hart gearbeitet. Nach einer schweren Erkrankung braucht er zum ersten Mal die Hilfe des Staates. Dabei trifft er die alleinerziehende Mutter Katie (Hayley Squires) mit ihren zwei Kindern. Gemeinsam müssen sie gegen die Fallstricke der Bürokratie ankämpfen. Der Film, der den Kampf eines kranken Mannes mit Englands Sozialsicherungssystem darstellt, ist in der Tradition von Loachs fast 50-jähriger Auseinandersetzung mit der Englands Sozialpolitik.

In seiner Dankesrede lobte Loach die Festspiele dafür, dass sie “ein Kino unterstützen, das die Interessen der Leute gegen die Großen und Mächtigen vertritt.” Er ist unter anderem neben Yanis Varoufakis, dem ehemaligen griechischen Finanzministers, Gründungsmitglied von DiEM25, der „Bewegung Demokratie in Europa 2025“.

 

“Ken Loachs Filme sind seit vielen Jahren  Musterbeispiele für eine progressivere Politik und eine antibürgerliche Ästhetik gewesen [...] Heute feiern wir nicht nur einen neuen großen Film von Ken Loach, sondern auch die Tatsache, dass ein derart kritischer Diskurs über die fatalen Folgen der Austerität in Cannes prämiert wurde. Dies ist wichtig, denn Europa löst sich förmlich auf im Zuge des triumphierenden Fortschreitens der Austerität auf dem Kontinent. DiEM25 wurde als Antwort auf diese durch die Austerität verursachte Desintegration gegründet.”

“Es gibt eine bewusste Grausamkeit in der Art und Weise, wie wir unser Leben heutzutage organisieren, wenn den verwundbarsten Leuten erklärt wird, dass sie an Ihrer eigenen Armut selbst Schuld sind,” sagte Loach bei den Festspielen. “Wenn Sie arbeitslos sind, ist es Ihre eigene Schuld, dass Sie keinen Job haben. Es gibt nicht nur in Großbritannien Massenarbeitslosigkeit, sondern in ganz Europa.” (Quelle: pressenza.com)

Der 79-jährige Regisseur ist nun einer von nur neun Filmemachern, die den Hauptpreis von Cannes zweimal gewonnen haben. 2006 bekam den Preis für sein Kriegsdrama „The Wind that Shakes the Barley“.

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