Stoppt das Recyceln!

Reduce, Reuse, Recycle lernen wir als Basis und Lösung der Abfallprobleme moderner Konsumgesellschaften. Weniger, weiter, wieder Nutzen gelten als Losung für ein nachhaltiges Verhalten und Leben. Das aber ist falsch! Wirklich nachhaltig ist nur das Weiternutzen von Produkten.

Recycling kann allenfalls eine Notlösung sein: Denn die Wiederaufbereitung verschlingt ihrerseits Material und Energie. Möglichst langes Weiternutzen von einmal erstandenen Waren erhöht dagegen den Wert der einst dafür eingesetzten Rohstoffe.

Was zunächst haarspalterisch klingt, macht Sinn. Carol Baroudi ( Don't recycle that!) ist überzeugt, nur wer weniger kauft und konsumiert lebt ernsthaft nachhaltig: „Nur dieser Ansatz hilft tatsächlich beim Sparen von Rohstoff und Energie.“

Nur wer Dinge weiter nutzt, lebt wirklich nachhaltig

Baroudi beschreibt den Weg von Arrow. Value Recovery. Der IT-Dienstleister beliefert Kunden auf der ganzen Welt mit Komponenten, verdient Milliarden also eigentlich mit neuen Produkten. Die Firmenphilosophie prägt dennoch konsequente Nachhaltigkeit. Dafür wurde die Company mit Preisen geehrt. Sie erkennt, dass Weiternutzen die einzig wahre Chance auf nachhaltiges Konsumieren und echte Sustainability ist.

Das gilt gerade im Bereich moderner Elektronik oder Elektrogeräte. Was uns den Alltag erleichtern soll, verursacht nämlich am anderen Ende der Welt schreckliche Desaster. In Baotou in der Inneren Mongolei etwa leben Arbeiter zwischen Aufbereitungsanlagen für seltene Erden und dem wohl schmutzigsten See der Erde. Dort leiten die Fabriken den hochtoxischen Schlamm aus ihren Fabriken auf einstmals als Weiden genutzte Steppen – Kilometer weit schwappt heute die graue Brühe gleich neben den Wohnblocks der mongolischen Millionenstadt.

 

Mongolen zahlen den Preis für unseren Konsum mit Krankheiten

Alles nur, weil unser Run auf immer neue Smartphones und TV-Screens, neuerdings auch auf Elektroautos oder leistungsfähigere Windräder diese Metalle nachfragt. 90 Prozent stammen aus China, obwohl sie vielerorts auf dem Planeten im Boden lagern. Nur dort – weit weg von unseren Konsumtempeln – können Arbeiter sie jedoch aus dem Boden schürfen und mit Chemikalien aus Erzen extrahieren, ohne dass – bislang zumindest - ein Sturm der Entrüstung diese gesundheitsgefährdende Drecksarbeit für unser kommodes Leben mit Elektronik-Gadgets stoppt.

Wer daran etwas ändern will, sollte handeln. Den Anfang dabei macht die Erkenntnis, dass unser Konsum solche Auswüchse befeuert – Stoppen wir also den ständigen – und meist gedankenlosen – Neukauf. Nutzen wir die Dinge länger. Sie sollten es uns wert sei!

Kommentar hinzufügen:

* - Pflichtfeld

Alle Felder sind Pflichtfelder. Mit dem Absenden Ihres Kommentars willigen Sie ein, dass der angegebene Name und Ihre E-Mail-Adresse im Zusammenhang mit Ihrem Kommentar gespeichert werden. Die E-Mail-Adresse wird natürlich nicht veröffentlicht oder sonst weitergegeben. Mehr hierzu in den Datenschutzhinweisen.

123energie
16-04-15 10:07:
Jedes Jahr gibt jeder Deutsche im Durchschnitt um die 600 Euro für neue Elektrogeräte aus. Und wer Neues kauft, <a href="http://blog.123energie.de/elektrogeraete-richtig-entsorgen-mit-der-eschrott-app/">hinterläßt Altes</a> . Das sind durchschnittlich satte 23 Kilo Elektroschrott pro Person pro Jahr. Diese Menge summiert sich weltweit auf 40 Millionen Tonnen jährlich!
Flattr this
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Blog Top Liste - by TopBlogs.de blogoscoop
123energie
16-04-15 10:07:
Jedes Jahr gibt jeder Deutsche im Durchschnitt um die 600 Euro für neue Elektrogeräte aus. Und wer Neues kauft, <a href="http://blog.123energie.de/elektrogeraete-richtig-entsorgen-mit-der-eschrott-app/">hinterläßt Altes</a> . Das sind durchschnittlich satte 23 Kilo Elektroschrott pro Person pro Jahr. Diese Menge summiert sich weltweit auf 40 Millionen Tonnen jährlich!

Archiv