Studie: CO2 unschuldig am Klimawandel?

Fast alle haben es inzwischen kapiert: Am Klimawandel tragen wir Menschen die Schuld. Dass unser CO2 in der Atmosphäre dafür sorgt, dass sich der blaue Planet immer stärker aufheizt, gilt inzwischen als allgemein anerkannt. Einig sind sich da natürlich trotzdem nicht alle.

 

Und zu den Zweiflern gehört nicht nur eine Handvoll Ignoranten, die sich vor allem in den USA breit macht. Es sind auch ernst zu nehmende Wissenschaftler, die sich eingehend mit dem Problem beschäftigt haben. Einer davon ist Physik- und Astronomieprofessor an der University of Waterloo. Sein Name: Qing-Bin Lu. Seine Erkenntnis: An der Erderwärmung tragen nicht Treibhausgase wie CO2 die Schuld – sondern Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKWs), wie sie seit den Siebziger Jahren gang und gäbe waren.

 

Foto: Wikimedia commons/chris

„Aber die haben doch was mit dem Ozonloch zu tun“, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Haben sie auch. Doch nach Lus Ansicht gab es noch weitere gute Gründe, die Substanzen über das Montrealer Protokoll aus dem Jahr 1987 zu verbieten. Nur, dass diese Gründe damals noch nicht bekannt gewesen seien.

 

"CO2-Korrelation bei Null"

 

Lus Studie besagt: Die Erde heizte sich zwischen 1950 und 2002 auf, einem Zeitraum also, der mitten in das FCKW-Zeitalter fiel. Seit 2002 jedoch sei eine Abkühlung der Erdoberfläche zu verzeichnen, obwohl der CO2-Gehalt weiter steige. Dies verbindet Lu mit dem zeitgleichen FCKW-Rückgang. Der Physiker verweist zudem darauf, dass ein Anstieg der Temperatur auf unserem Planeten erst 100 Jahre nach dem Start der Industrialisierung nachzuweisen war.

 

„Das Klima in der Stratosphäre der Antarktis korrelierte mit 97 Prozent nahezu perfekt mit FCKWs und kosmischer Strahlung – in Bezug auf CO2 lag die Korrelation mit den Temperaturveränderungen bei Null“, erläutert Lu.

 

Klingt ja ganz schön revolutionär. Es fragt sich, ob ein Zeitraum von gerade einmal elf Jahren Abkühlung (2002 – 2013) irgendeine Aussagekraft hat – geologisch betrachtet sind sie in der 4,5 Milliarden Jahre alten Erdgeschichte nicht einmal ein Wimpernschlag. Und dass die Erwärmung der Erde erst 100 Jahre nach dem CO2-Anstieg einsetzte, kann auch andere Erklärungen haben. CO2 ist logischerweise nicht der einzige Klimafaktor.

 

Nicht zurücklehnen!

 

Nehmen wir trotzdem mal an, der Mann hat Recht. Können wir dann den nächsten Klimagipfel in Warschau einfach streichen? Das Montreal-Protokoll funktioniert, ums CO2 brauchen wir uns keinen Kopf mehr machen - also gemütlich zurücklehnen und weitermachen wie bisher?

 

Stopp! Ja, CO2 ist - in Maßen - ein Lebenselixier, ohne das wir nicht existieren würden. Doch bei welchen menschlichen Vorgängen entsteht CO2? Bei der Zerstörung von Regewäldern – die „Grüne Lunge der Erde“ stirbt und mit ihr der Lebensraum unzähliger bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Bei der Herstellung von Pestiziden und Stickstoffdünger, die Gifte in die umliegenden Gewässer spülen und ganz nebenbei die Welternährung gefährden. CO2 gelangt nicht nur in die Atmosphäre, sondern auch in die Meere, wo die Ozeanversauerung Korallen und Muscheln zerstört. Es gibt also jede Menge guter Gründe, das Treibhausgas in unserer Atmosphäre so gut es geht zu begrenzen. Selbst wenn wir das bislang aus den falschen Gründen getan haben sollten.

 

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