Konferenz auf Hawaii: „Die Welt am Scheideweg“

Rund 6.000 Umweltexperten aus 170 Staaten beraten auf Hawaii über erforderliche Maßnahmen und Lösungsansätze zum Schutz der Arten und den Erhalt der Biodiversität und Umwelt. Noch bis zum 10. September hat die Weltnaturschutzunion (IUCN) zu ihrem alle vier Jahre stattfindenden Weltkongress unter dem Motto „Planet am Scheideweg“ geladen.

Foto: IUCN/Presenza

Die International Union for the Conservation of Natur wurde 1948 gegründet und ist die größte internationale Naturschutzorganisation. Zu ihren 1.000 Mitgliedern gehören Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen.

 

Mensch und Umwelt stehen vor „entscheidendem Punkt“

 

Dass die Probleme immer dringlicher werden, wird in diesem Jahr besonders klar: „Kein IUCN-Kongress zuvor hat an einem so entscheidenden Punkt in der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt gestanden", sagte IUCN-Generaldirektorin Inger Andersen zum Auftakt der Konferenz.

Die Weltnaturschutzunion hat auf internationaler Ebene ein erhebliches Gewicht: Sie veröffentlicht Listen vom Aussterben gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, setzt sich für die Ausweitung von Naturschutzgebieten auf Kontinenten und in den Ozeanen ein, bemüht sich um die Stärkung des weltweiten Umweltrechts, berät das UNESCO-Welterbekomitee, arbeitet am Weltklimareport mit und hilft bei der Gestaltung von internationalen Abkommen.

Derzeit bereiten die Delegierten unter anderem auch die Weltnaturschutzkonferenz (Convention on Biologial Diversity) in Mexiko und die Artenschutzkonferenz in Südafrika vor, die den internationalen Handel mit bedrohten Tier und Pflanzenarten reguliert.

 

Waldrodung und Landwirtschaft verursachen größten artenverlust

 

IUCN will die Vielfalt der Natur erhalten und fordert den ökologisch nachhaltigen Gebrauch von Ressourcen. Hauptursache für den Verlust der Artenvielfalt sind derzeit vor allem Waldrodungen und die Landwirtschaft. Mit der Unterstützung von internationalen und nationalen Waldschutz- und Aufforstungsprogrammen und der Ausweitung von Schutzgebieten versucht das IUCN gegenzusteuern.

Als weiteres Problem für den Naturschutz kommt nun der Klimawandel hinzu. Nach einer aktuellen IUCN-Studie werden die Ozeane immer wärmer und verändern zunehmend das maritime Ökosystem.

„Die Erwärmung der Ozeane sind eine der größten versteckten Herausforderungen dieser Generation. Und wir sind zudem völlig unvorbereitet, mit diesen Veränderungen umzugehen“, sagt IUCN-Generaldirektorin Andersen. „Der einzige Weg, um die reiche Vielfalt des marinen Lebens zu bewahren und Ressourcen in den Meeren zu schützen, ist die schnelle und substanzielle Reduzierung der Treibhausgase."

 

Meere in schlechtem Zustand – Fischbestände 30 Prozent reduziert

 

Nach der Studie hat die Meereserwärmung bereits in Ostafrika und dem westlichen Indischen Ozean die Fischbestände von einigen Arten durch das Korallensterben reduziert. Und wenn die Treibhausgase nicht reduziert werden - so die Prognose für Südostasien - werden die Fischbestände und damit verbundenen Fangmengen der Fischerei im Jahr 2050 im Vergleich zu 1970 bis 2000 zwischen zehn und 30 Prozent reduziert.

Befürchtet wird durch die Meereserwärmung zudem auch eine Zunahme von Krankheiten in der Bevölkerung, weil sich Krankheitserreger und Bakterien in wärmeren Gewässern leichter verbreiten. Hinzu kommen erhebliche Wetterveränderungen: So habe laut Studie die Zahl der schweren Hurrikane mit einer Rate von etwa 25 bis 30 Prozent pro Grad der globalen Erwärmung zugenommen.

 

Gero Rueter

 

Den Text veröffentlichte ursprünglich die Deutsche Welle. Wir präsentieren ihn in Kooperation mit Presenza

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