Welt-Wassertag: Wascht weniger Jeans!

“Wascht weniger Jeans!“: Der Aufruf stammt nicht von irgendeinem Öko-Freak. Charles V. „Chip“ Bergh plädiert dafür, durch weniger übertriebene Reinlichkeit enorme Mengen wertvollen Wassers zu sparen. Der Mann ist immerhin Chef des weltweit wohl bekanntesten Jeans-Produzenten – Levi Strauss & Co aus Kalifornien.

Wasser sparen beim Jeans waschen Foto: CC-BY 2.0/Maegan Tintari

Rechtzeitig zum Welt-Wassertag am 23. März rechnet "Chip" mit dem seit vielen Jahren tradierten Argument ab, die Herstellung des blauen Baumwoll-Beinkleids der Arbeiter und Bauern Nordamerikas verschleudere zu viel wertvolles Nass. Die Firma stellt eine neue Studie vor: Mit diesem Life Cycle Assessment belegt Levi's den durchaus beachtlichen Einfluss der Verbraucher auf die gesamte Wasser-Bilanz des Kleidungsstücks – vom Anbau des Rohstoffe auf Feldern über die Verarbeitung bis zum Gebrauch und der Entsorgung. Fazit: Immerhin fast ein Viertel des Konsums geht auf das Konto der Jeansträger selbst.

 

Levi's senkt Wasserverbrauch für jeans-Herstellung auf ein Drittel

 

7.600 Liter Wasser: So viel braucht eine Jeans im Durchschnitt. Levi's hat die Menge durch Verbesserungen in der Produktion auf nur noch 2.835 Liter für die meist gekaufte 501 gedrückt. Ein Fortschritt, der durch das korrekte Verhalten der Nutzer noch weiter verbessert werden könne, meint der Firmenchef.

Immer noch das meiste Wasser verschlingt der Anbau der Baumwolle: Satte 68 Prozent im gesamten Lebenszyklus einer Jeans verwenden die Bauern auf den Baumwollfeldern.

Linda Greer vom Natural Resources Defense Fund der USA weiß, warum in der Debatte um den Wasser-Fußabdruck von Kleidung oft falsche Ergebnisse auftauchen. Historisch, argumentiert sie, seien Wissenschaftler, die dies berechneten, davon ausgegangen, dass ein Kleidungsstück nach jedem Tragen gewaschen werde. „Das entspricht nicht der Realität“, sagt die Wissenschaftlerin. Dem pflichtet der Jeans-Boss bei: Er wasche seine Hosen auch nicht alle Tage.

Levi's schaute genauer hin: In der Tat wird der Einfluss der Verbraucher geringer, wenn sie ihre Jeans nicht jeden Tag waschen. Was zudem die Bilanz verbessert: Die Hose an der Luft statt in der Maschine zu trocknen.

Für Levi's-Chef „Chip“ Bergh ist die aktuelle Wasserbilkanz Verpflichtung für den Hosenschneider: Er propagiert eine „waterless“-Linie, bei der er auch in der Herstellung noch mehr Wasser sparen will.

Ein schöner Ansatz am „Welttag des Wassers“.

 

 

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