Garant einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Foto: Fetz

Möbel, Taschentücher, Nudelholz und Druckerpapier: In unserem Alltag kaufen wir mehr Holzprodukte als uns vielleicht bewusst ist. Das Problem: Wer Produkte aus Holz oder Papier kauft, kann zunächst nicht wissen, ob dafür Raubbau am Wald betrieben oder soziale Mindeststandards missachtet wurden. Die Lösung: glaubhafte Herkunftsnachweise wie z.B. das PEFC-Siegel. Es steht für Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

 

Transparenz vom Wald bis zum Endprodukt

 

Die Waldschutzorganisation PEFC formuliert Regeln für den Umgang des Menschen mit dem Wald und setzt ökologische, ökonomische und soziale Standards für eine nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder. Will ein Waldbesitzer bei PEFC mitmachen, unterwirft er sich aus eigenem Entschluss dem strengen PEFC-Regelwerk. Unabhängige Gutachter wie z. B. der TÜV kontrollieren regelmäßig die Einhaltung dieser Regeln. Kontrolliert werden bei PEFC jedoch nicht nur der Wald, sondern auch die Firmen, die das Holz aus PEFC-Wäldern weiterverarbeiten. Alle Stationen der Produktionskette (englisch: Chain of Custody) müssen zertifiziert sein, damit auch das Endprodukt das PEFC-Siegel tragen darf.

Das bedeutet: Jedes Unternehmen in dieser Kette muss ein PEFC-Zertifikat besitzen, anhand dessen der Weg des Holzes vom Wald bis hin zum Endprodukt zurückverfolgt werden kann. Die Kette kann dabei kurz sein, wenn beispielsweise ein Sägewerk Hobelware bereitstellt, die direkt in die Regale des Baumarktes gelangt.

 

Förster im Wald Foto: PEFC

Sie kann aber auch sehr lang und komplex sein, denkt man zum Beispiel an den langen Weg bis hin zum verpackten Kopierpapier. Bei jedem Glied der Produktkette bedarf es eines Beleges darüber, dass nur solches beziehungsweise so viel Holz mit PEFC-Siegel weitergegeben wurde, wie auch nachweislich – gleich, wo auf der Welt – in den Produktionsprozess eingespeist wurde. Mit beiden Ohren nah an den Bedürfnissen der Verbraucher hat die Non-Profit-Organisation unlängst auch Kriterien für die Zertifizierung von Weihnachtsbäumen und für Holz aus der Region definiert.

 

Einige Zahlen und Fakten

 

PEFC ist die weltweit größte Organisation zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Rund 66 Prozent der Waldflächen in Deutschland werden bereits nach den strengen PEFC-Standards bewirtschaftet, international sind es rund 300 Mio. Hektar, die bereits PEFC-zertifiziert sind. Zu den strengen Standards zählt hierzulande beispielsweise der Verzicht auf Kahlschläge und auf den Einsatz von Pestiziden. Von den Waldbesitzern werden außerdem der Aufbau standortgerechter Mischbestände sowie der Erhalt von Biotopholz eingefordert. Bei den Kontrollen setzt PEFC keine eigenen Gutachter ein, sondern bedient sich als einziges System unabhängiger Zertifizierungsstellen, die von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) zugelassen sind. Das PEFC-Siegel genießt deshalb als Herkunftsnachweis für Holz- und Papierprodukte höchste Glaubwürdigkeit – beim privaten Endverbraucher, aber auch bei gewerblichen Verwendern wie BAUHAUS (Baumarkt), Nobilia (Küchen) oder STAEDTLER (Schreibgeräte) sowie bei EU, Bundesbehörden, Ländern und zahlreichen Kommunen.

Die Nachfrage und Bedeutung von Holz aus nachhaltigen Quellen ist in den letzten Jahren, nicht zuletzt durch die Arbeit von PEFC, stetig gewachsen. Das Ziel von PEFC wird es deshalb auch in Zukunft sein, Holz- und Papierprodukte aus einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung zu fördern, um somit den Bestand der Wälder mit Entschlossenheit zu schützen.

 

Catrin Fetz

 

 

 

"Auf die Herkunft kommt es an"

Ob auf Elektrogeräten, Lebensmitteln oder Holzprodukten – fast überall werben grüne Siegel mit Nachhaltigkeit. Ein Begriff, der seinen Ursprung im Wald hat. Worauf Verbraucher beim Kauf von Holz- und Papierprodukten achten sollten, darüber sprach global° mit Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland e.V..

 

Wie oder wodurch schützen Käufer eines PEFC-Produkts den Wald?

Dirk Teegelbekkers: Holz- und Papierprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen aus Wäldern, die nachhaltig nach den strengen PEFC-Standards bewirtschaftet werden. Die deutschen PEFC-Standards verlangen beispielsweise den Verzicht auf Kahlschläge und auf den Einsatz von Pestiziden. Sie fordern standortgerechte Mischbestände und den Erhalt von Biotopholz. Auch der Einsatz genetisch veränderter Organismen ist verboten. Große Maschinen für die Holzernte dürfen die Wälder zum Schutz des Bodens zudem nur auf ausgewiesenen Rückegassen befahren. Dadurch lässt sich der Wald nachhaltig nutzen, ohne dieses wertvolle Ökosystem zu schädigen.

 

 

Dirk Teegelbekkers Foto: PEFC Deutschland

Was unterscheidet PEFC von anderen Zertifizierungssystemen?

Bei PEFC sind die Standardsetzung und die Zertifizierung voneinander getrennt. D.h. dass PEFC in einem offenen und transparenten Prozess die Regeln formuliert, die Kontrolle der Einhaltung erfolgt jedoch ausschließlich durch unabhängige Zertifizierer, was von größter Bedeutung für die Glaubwürdigkeit eines Zertifizierungssystems ist. PEFC ist zudem besonders für den heimischen Wald geeignet. Denn es wurde ein Zertifizierungsverfahren entwickelt, bei dem selbst sehr kleine Forstbetriebe und der bäuerliche Kleinprivatwald eingebunden werden können. So werden regionale Wirtschaftskreisläufe gestärkt, die Entwicklung der ländlichen Räume gefördert.

 

Welche Garantien hat der Kunde eines PEFC-Produkts, dass es nachhaltig ist?

Unabhängige Gutachter, wie z.B. der TÜV, kontrollieren in sogenannten Vor-Ort-Audits im Wald regelmäßig die Einhaltung der PEFC-Standards – dies schafft Transparenz und Vertrauen. Kontrolliert werden bei PEFC jedoch nicht nur der Wald, sondern auch die Firmen, die das Holz aus den PEFC-Wäldern weiterverarbeiten. Alle Stationen der Produktionskette müssen zertifiziert sein, damit auch das Endprodukt das PEFC-Siegel tragen darf.

 

 

Beim Einkaufen auf das PEFC-Siegel achten. Foto: PEFC Deutschland

Welche Produktgruppen und wie viele Produkte tragen inzwischen ein PEFC-Siegel?

Vom Holzfußboden im Wohnzimmer über Schulhefte bis hin zum Kochlöffel – eine breite Palette an Holz- und Papierprodukten in unserem Alltag stammt bereits aus Wäldern, die nachhaltig nach den PEFC-Standards bewirtschaftet werden. Auch immer mehr große Marken wie Coca Cola, Iglo und tegut werben auf ihren Verpackungen mit dem PEFC-Logo. Einen guten Überblick gibt ein Firmenverzeichnis unter pefc.de/einkaufsratgeber.

 

Ist eine solche Zertifizierung mehr als Marketing (Greenwashing)? Wie garantiert PEFC Glaubwürdigkeit?

Unternehmen, die mit Ökologie und Nachhaltigkeit werben, sollten ihr Engagement “schwarz auf weiß” beweisen können. So sehen das auch viele Verbraucher, wie wir aus Umfragen wissen. Bei PEFC dürfen nur die Unternehmen mit dem PEFC-Logo werben, die lückenlos nachweisen können, dass der Holzrohstoff, aus dem sie ihre Produkte fertigen, aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. Die ist genau das Gegenteil von Greenwashing. Jede zertifizierte Firma erhält eine eigene Kennziffer und wird Teil einer transparenten Produktion, vom Forstunternehmer bis zum Verkaufsregal. Diese lückenlose Kette ermöglicht die Rückverfolgung bis zu einer unbedenklichen, bei PEFC registrierten Quelle weltweit. Das hilft sicherlich dem Unternehmen in seinem Marketing, dient aber vor allem dem Verbraucher, der einen bewussten, ethisch und ökologisch verantwortungsvollen Lebensstil verfolgt.


red

PEFC Deutschland e.V.

Tübinger Straße 15

70178 Stuttgart

 

Telefon +49 (0)711 2484006

 

infopefc.de

www.pefc.de

 

 

 

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