Kommentar

Rebhuhn Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Daniel Alon

Das Verstummen unserer Feldvögel

 

Rachel Carsonbekommt 45 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Buches "Silent Spring" (Der Stummer Frühling) - leider! - doch noch recht. Auf deutschen Äckern droht den allerletzten Feldvögeln nun doch der Artentod. Pestizide und industrielle Landbewirtschaftung vernichten ihre Brutplätze und ihr Futter, belegt eine jetzt im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion erstellte Studie von Wissenschaftlern des Forschungsinstituts für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V..

Zu viel Gülle im Boden, Pestizide auf den Pflanzen und die fortschreitende großflächige Versiegelung der Landschaft dezimieren unsere heimischen Vogelartren. Zahlen spiegeln die Dramatik der Situation: mehr als 50 Prozent schwand der Kiebitz, Rebhüher gar um über 80 Prozent. "Von 20 typischen Feldvogelarten ist die Hälfte gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht", ziehen die Auftraggeber das traurige Fazit der Bestandsaufnahme.

Wer geglaubt hat, der Aufschrei von Umweltschützern vor vier Jahrzehnten habe die Lage verbessert, den straft die Studie Lügen. Menschliche Gier und Rücksichtlosigkeit gegen alles, was sich für unsere allein auf Ökonomie fixierte Gesellschaft nicht unmittelbar in steigende Renditen ummünzen lässt, sind der Antrieb für solch hemmungslose Vernichtung wertvollen Lebens. Unsere Lektion, dass uns am Ende alles Geld der Welt weder glücklich noch satt machen wird, hat die Menschheit noch immer nicht gelernt - wann endlich werden wir schlau?

 

Gerd Pfitzenmaier

global°-Chefredakteur

 

 

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