Ohne Bienen (ver)hungern die Menschen

Foto: Senator Films

Das Bienenmassensterben nimmt weiter zu, die Abhängigkeit des Menschen bleibt. In seinem neuen Film „More than honey“ entführt der Schweizer Regisseur Michael Imhoof den Zuschauer in die Welt der Honigmacher – mit beeindruckenden und erschreckenden Bildern.

 

„Ein Leben ohne die Biene ist undenkbar“, heißt es in dem Dokumentarfilm, der seit dem 8. November in den Kinos läuft. Imposante Bilder rütteln wach und klären über das Bienenleben in Familien-Imkereien und den fragwürdigen Umgang mit den Bestäubern in großindustriellen Betrieben auf. Mit einem Miniaturhubschrauber gelangen dem Team spektakuläre Nahaufnahmen. Der Zuschauer beobachtet die Bienen nicht nur, sondern ist mittendrin im summenden Bienenstock.

 

Foto: Senator Films

Unersetzbar für den Menschen

 

Bienen sind eine vielfältige Gruppe der Hautflügler, zu denen auch die einzelgängerischen Wildbienen zählen. Aufmerksamkeit erfährt aber vor allem die staatenbildende westliche Honigbiene, die uns unseren Honig bringt. Als drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein spielen sie eine entscheidende Rolle in unserer Nahrungsmittelproduktion. Bei der Nahrungsaufnahme von Nektar und Pollen tragen sie „nebenbei“ Pollen von Blüte zu Blüte und sichern damit die Fortpflanzung und das Überleben vieler Blütenpflanzen. Diese Bestäubungsarbeit ist unbezahlbar und kann vom Menschen niemals geleistet werden.

 

Seit Jahren sterben die Bienenvölker , vor allem in Europa und den USA. Auch in Japan, China und Ägypten nimmt die Zahl der Kolonien ab. Rund 90 Prozent der weltweiten Nahrungsproduktion machen Nutzpflanzen aus, die von Bienen bestäubt werden. Damit stellt das Bienensterben auch für den Menschen eine ernsthafte Bedrohung dar. Ohne sie werden Äpfel, Spargel, Kürbisse, Pfirsiche und Nüsse bald rar.

 

Foto: Senator Films

Keine Chance für die Honigbiene

 

Bedrohungen für die Luftakrobaten kommen von allen Seiten:

Der Verlust vieler Blütenpflanzen entzieht der Biene ihre Nahrungsgrundlage. Pestizide und durch Monokulturen verursachte einseitige Ernährung schwächen ihr Immunsystem.

Durch die Globalisierung breiten sich Schädlinge wie die Varroamilbe über Handelswege weltweit aus. Nicht zuletzt zieht der Klimawandel Änderungen von Blühzeiten und Niederschlagsverteilungen mit sich, die unter Umständen nachteilig für die Bienen sind.

Wissenschaftler diskutieren über weitere unbekannte Faktoren, die das „Kolonie Kollaps Syndrom“ verstärken. Die Folgen für den Menschen sind unumstritten.

 

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