Darum sterben große Hunde früher

Foto: Ellen Levy Finch / wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Große Hunde sterben früher als ihre kleinen Artgenossen, weil sie schneller altern. Dies belegt eine aktuelle Studie der Universität Göttingen, welche die Forscher im Fachmagazin American Naturalist veröffentlichten.

Diese negative Korrelation zwischen Körpergröße und Lebenserwartung tritt auch bei Mäusen, Ratten und Pferden auf. Doch gerade Hunde eignen sich gut, um diesem Phänomen auf die Spur zu gehen, gibt es doch unzählige durch den Menschen gezüchtete Rassen - vom kleinen Chihuahua bis zum 80 Kilogramm schweren Mastiff.

Innerhalb der Studie sammelten die Forscher Daten von mehr als 50.000 Hunden aus 74 verschiedenen Rassen. Ziel war es herauszufinden, welcher Faktor genau das frühe Ableben großer Hunderassen bedingt. Letztlich fanden die Biologen heraus, dass nicht etwa ein früh einsetzender Alterungsprozess oder eine hohe Mortalität in jungen Jahren entscheidend sind, sondern die Schnelligkeit des Alterns. „Große Hunde altern schneller als kleine. Im Vergleich zu ihren kleineren Artgenossen scheint es, als ob ihr Erwachsenenleben im Zeitraffer abläuft“, so Dr. Cornelia Kraus von der Abteilung Soziobiologie/Anthropologie der Universität Göttingen. Das Rätsel um die geringe Lebenserwartung großer Hunde ist dennoch nicht gänzlich geklärt. Die Forscher vermuten, dass ihr äußerst schnelles Wachstum eine wichtige Rolle spielt. In Zukunft werden Untersuchungen zu Todesursachen und physiologischen Mechanismen folgen, aus denen die Wissenschaftler weitere Kenntnisse gewinnen wollen.

Wenn man bedenkt, dass große Hunderassen im Durchschnitt nur fünf bis acht Jahre alt werden, während kleine Hunderassen durchschnittlich sogar 10 bis 14 Jahre alt werden können, muss man sich die Frage stellen, inwieweit eine Züchtung in Hinblick auf besonders große Hunde sinnvoll ist. „ Züchter sollten aber mehr auf Lebenserwartung züchten als auf massive Größe. Dann hätten die Halter länger etwas von ihren Hunden.“, so die Wissenschaftlerin. Doggen, Mastiffs und Bernhardiner sterben im Schnitt am frühesten.

 

Große Säugetiere werden älter als kleine

 

Die Regel, dass größere Individuen früher sterben als ihre kleineren Artgenossen, gilt jedoch nur innerhalb einer Art (und das auch nicht immer). Zwischen verschiedenen Säugetier-Arten ist es nämlich genau andersherum: Hier erreichen die großen Arten ein höheres Lebensalter als die kleinen. Warum? Das weiß noch keiner. Ganz klar: Die Biologie gibt uns noch viele Rätsel auf, die es zu lösen gilt.

 

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