Nacktmull: In den Genen steckt der Jungbrunnen

Foto: Wikimedia gemeinfrei

Er ist nackt. Er ist blind. Aber der Nacktmull begeistert die Forscher dennoch: Sie wollen das Genom der nur rund zehn Zentimeter kleinen und nur knapp 50 Gramm leichten Nager mit den langen Zähnen enträtseln. Die Wissenschaftler suchen dabei nach nichts Geringerem als einem Jungbrunnen. Denn Nacktmulle leben bis zu zehn Mal länger als vergleichbar Große – hier gilt wohl eher vergleichbar kleine - andere Lebewesen.

Ätzende oder reizende Mittel stören Nacktmulle kaum. Sie werden dadurch nicht irritiert. Und gegen Krankheiten wie Krebs scheinen die haarlosen Gesellen auch immun zu sein.

Ziel der Forscher sind Medikamente, mit denen sie Krankheiten, an denen Menschen leiden, vielleicht einmal behandeln können. Zunächst aber müssen sie ein großes Puzzle entziffern und die Gensequenzen der Mulle mit jenen von Mäusen oder Menschen abgleichen. Dabei stellten sie etwa fest, dass die Mulle im Laufe der Evolution Gene einfach „abgeschaltet“ haben, die normalerweise für das Sehen gebraucht werden – bei Mullen, die in bis zu 100 Mulle starken Gruppen unterm Boden hausen, sind sie aber nicht nötig.

Eine andere Fähigkeit begeistert die Forscher: Mulle überleben in ihren Gängen mit relativ wenig Sauerstoff. Wenn die Forscher klären könnten, wie die Tiere dies machen, könnte das vielleicht bei der Bekämfung von Herzinfarkten helfen.


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