Transparenz ist für die GLS-Bank wichtig

Carsten Schmitz ist so alt wie GLS-Bank: 1974 geboren, lernte er Bankkaufmann, studierte Betriebswirtschaft und leitet seit 2008 die Filiale in München

Über Geld reden wir nicht. Der Satz spricht Bände: Die Geschäfte der Kreditinstitute laufen in aller Regel still und eher im Verborgenen. Wer investieren will, verhandelt mit „seinem“ Banker lieber im Kämmerlein. Das klare Bekenntnis zur Transparenz überrascht daher: „Für uns ist Offenheit ganz wichtig“, sagt Carsten Schmitz von der GLS-Bank in München und besteht im Gespräch mit global° darauf, „Transparenz ist sicher ein Alleinstellunsgmerkmal unserer Bank.“

 

Offen verlief dann auch das Interview von Chefredakteur Gerd Pfitzenmaier mit Carsten Schmitz. Die beiden sprachen über den ungewöhnlichen Namen der Bank: Sie trägt das Wort „Schenken“ im Titel, über Crowdfunding und darüber, was die Menschen auszeichnet, die ihr Geld lieber zur GLS-Bank tragen...

"Schenk-Geld" ermöglicht nachhaltig Projekte

„Kann Schenken tatsächlich Programm für ein Business sein?“

 

Was sich zunächst für eine Bank eher sonderbar anhört, hat bei der GLS-Bank System: Seit 50 Jahren sind die Banker stolz auf ihre "Schenkungskultur". Im Jahr 2013 haben die GLS Treuhand und ihre Zukunftsstiftungen mehr als 350 Einrichtungen bei über 460 Vorhaben unterstützt. Insgesamt wurden 7,4 Millionen Euro vergeben. Für Carsten Schmitz hebt sich die Bank damit von allen Konkurrenten am Markt ab.

 

Crowdfundig keine Konkurrenz zu Banken

„Ist Crowdfundig Erweiterung oder konkurrierendes Geschäftsmodell?“

 

Projekte unterstützen - das sei, sagt Carsten Schmitz, schon immer Aufgabe der GLS-Bank. Durch die neue Form der Finanzbeschaffung über Netz-Communities ändere sich also nichts Wesentliches. Crowdfunding sieht er somit weniger als Konkurrenz-Modell zum klassischen Bankgeschäft. Für ihn ist es eher eine Ergänzung. Der wichtigste Unterschied: Beim Crowdfundig können sich Investoren schon mit vergleichsweise wenig Geld investieren.

 

Gewinn-Maximierung nicht an erster Stelle

„Lassen sich mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit Renditen verdienen?“

 

"Nachhaltig“ seien, sagt etwa GLS-Vorstandsmitglied Andreas Neukirch, "heute nahezu alle Unternehmen." Er strebt für seine Bank einen "dreifachen Gewinn" an:

1. für den Menschen (z.B. durch die Sicherung von Arbeitsplätzen, durch die Schaffung von Bildungsangeboten etc.),

2. einen zukunftsweisenden Gewinn (Lebensgrundlagen werden bewahrt oder weiterentwickelt; z.B. durch die Sicherung von Ackerböden für die ökologische Landwirtschaft oder den Ausbau regenerativer Energien) und

3. eine ökonomische Rendite für die Bankunden in Form einer monetären Rendite.

 

Wir stellen Menschen in den Mittelpunkt

„Denken und handeln GLS-Kunden anders als andere Bankkunden?“

 

Mehr als eine Marketing-Floskel: Dass der Mensch im Mittelpunkt des Bank-Business steht, begründen die Mitarbeiter der GLS-Bank mit der anthroposophischen Lehre Rudolf Steiners.

 

Bilder: Windrad_Landschaftspark_Duisburg-Nord_wikimedia CC 3.0_Alice Chodura, crowdfunding_Rocío-Lara-flickr-ccbysa20, Goldbarren_Wikimedia CC_GNU 1.2_Apollo2005, Handvoll_Reis__Flickr_cc_Mr_Kris_49_8010a9a21c

Eine Bank der und für die Gemeinschaft

„Geld ist für den Menschen da“, überschreibt die Bank im Netz ihre Selbstdarstellung. Sie sieht sich als „Pionier sozial-ökologischer Bankarbeit“ und investiert das „bei uns angelegte Geld sinnstiftend und transparent“.



Die GLS-Bank ist eine Genossenschaftsbank. Ihre rund 35.000 Mitglieder haben in der Generalversammlung je eine Stimme, unabhängig von der Zahl der Anteile.

Nachhaltigkeit

Ernährung, Energie, Wohnen, Gesundheit, Kultur und Bildung sind nach Eigenaussage der GLS-Bank für die Banker und ihre Kunden jene Felder menschlicher Grundbedürfnisse, in die das Geld der Kunden fließt. Die Früchte dieser Felder, davon sind sie überzeugt, legen die Basis für eine nachhaltige Zukunft. So fasst die Bank ihre Aussagen zur Nachhaltigkeit zusammen.