"Unser Ziel ist es, zukunftsfähig zu wirtschaften"

Christian Rinn führt sein Betonsteinwerk selbst. Die Wege im Unternehmen sind kurz, der Chef übernimmt Verantwortung - für die Produkte, die Mitarbeiter und die Umwelt, aus der er seine Rohstoffe bezieht. Wie er Nachhaltigkeit versteht, erklärt er im global°-Interview.

 

Christian Rinn Foto: Rinn

Christian Rinn führt sein Betonsteinwerk selbst. Die Wege im Unternehmen sind kurz, der Chef übernimmt Verantwortung - für die Produkte, die Mitarbeiter und die Umwelt, aus der er seine Rohstoffe bezieht. Wie er Nachhaltigkeit versteht, erklärt er im global°-Interview.

 

Herr Rinn, warum ist Nachhaltigkeit ein Thema für die Baubranche?

Christian Rinn:Die Baubranche - und dazu gehören auch die Baustoffhersteller - arbeiten relativ ressourcenintensiv, energieintensiv und auch emissionsintensiv. Die Baubranche ist insgesamt für 60 Prozent der Abfallmassen verantwortlich. Um zum Beispiel Beton herstellen zu können, braucht es Sand ... und dieser ist tatsächlich eine endliche Ressource, die langsam knapp wird.

 

Was können sie dagegen unternehmen?

Sand wäre zum Beispiel als sekundärer Rohstoff in unseren Städten zu finden, wenn im Bestand gebaut wird. Er kann wieder im Hochbau eingesetzt werden, aber auch als Zuschlagstoff für die Herstellung von Bodenbelägen. In Zukunft wird immer mehr gebaut werden, nicht weniger. Da braucht es neue Ideen.

Mittlerweile gibt es Forderungen aus der Politik. Seit April 2016 gilt ein neues Vergaberecht: Ökologische oder auch soziale Kriterien können nun explizit als Zuschlagskriterien gefordert bzw. ausgeschrieben werden. Das Recht kommt vor allem bei kommunalen Aufträgen zur Anwendung.

 

Foto. Rinn

Wie geht Rinn Beton- und Naturstein dieses Thema nun konkret an?

Bei uns sind es vor allem die Mitarbeiter, denn ohne jeden einzelnen können wir unsere Ziele nicht erreichen: Wir sensibilisieren sie für das Thema, denn bei dem Begriff ‘Nachhaltigkeit’ geht es ja nicht nur um ökologische, sondern auch soziale Nachhaltigkeit.

 

Das heißt...?

Für den Umgang miteinander haben wir den Rinn Kodex entwickelt. Er bringt uns dazu, Hemmnisse untereinander mit weniger Energie zu überwinden und uns auf unsere gemeinsamen Ziele zu konzentrieren. Genauso gibt es die Rinn Richtschnur - in der sind die Angebote an die Mitarbeiter beschrieben, aber auch für alle gültige Prozesse und deren Grenzen aufgezeigt. Zum Schluss spielt das Credo der Selbstwirksamkeit bei uns eine wichtige Rolle. Das Prinzip, das beinahe in allen Bereichen verschult wurde, spornt jeden Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem Handeln in seinem Arbeitsbereich an - und darüber hinaus. So funktioniert bei uns Entwicklung und die Möglichkeit der Beteiligung am Gesamtprozess motiviert. Selbst beim Umgang mit Fehlern achten wir auf ein lösungsorientiertes Denken und Handeln, und schaffen lieber neues Vertrauen, anstatt ablehnend zu reagieren. Die Mitarbeiter spiegeln das alles sehr positiv wider und unsere Fluktuation ist gering.

 

Und was bedeutet dies für den Bereich Ihrer Produkte?

Auch nach außen hin versuchen wir, möglichst transparent zu arbeiten. In unserer Environmental Product Declaration EPD sind alle umweltrelevanten Auswirkungen unserer Produktion durch einzelne Stoffe aufgeschlüsselt und dokumentiert. Ein wichtiger Meilenstein dazu ist die CO2 neutrale Produktion, die für alle Produkte gilt, inklusive der Rohstofftransporte zu Rinn und der Auslieferung zum Kunden. Dazu gehören viele weitere ökologische Maßnahmen wie etwa die Nutzung von Regen- statt Trinkwasser, dem Einsatz von Geothermie, sowie eine eigene groß angelegte Photovoltaikanlage.

Foto: Rinn

Klingt gut...

...unsere Neuheit am Markt ist die Entwicklung des RC-Steins. Wir verarbeiten bis zu 40 Prozent recycelte Produktionsreste im Hinterbeton von neuen Pflastersteinen und der Anteil ist steigerbar. Der Stein besitzt alle Qualitätseigenschaften eines Rinn Steins - und kostet doch keinen Cent mehr. Mittlerweile gibt es drei Produkte im Sortiment und sie kommen überall gut an. Sogar die Deutsche Bahn hat diesem Jahr bis jetzt schon über 10.000 Qudratmeter Recyclingsteine von Rinn geordert, um damit Bahnsteige zu bauen und zu erneuern. Denn das Produkt trifft genau auf die Nachhaltigkeitsstrategie der Bahn.

 

Was haben Ihre Kunden davon?

Je nachdem, welche Kunden Sie betrachten - das ist ähnlich und doch ganz verschieden.

Öffentlichen Bauherren hilft unser Produkt, seine eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die mehr und mehr von der Politik gefordert werden. So geben sich Angebot und Nachfrage die Hand und nachhaltige Baustoffe kommen immer mehr zum Einsatz. Dieses Rad kommt so langsam in Schwung. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen DGNB stellt einen Navigator im Netz zur Verfügung, in dem die richtigen Produkte zu finden sind. So entsteht für Planer und Auftraggeber Transparenz, was es alles gibt.

Der Baustoffhändler und auch der Garten- und Landschaftsbauer hingegen kann sich bei Rinn sicher sein, was er da verkauft oder auch verlegt. Nämlich ein langlebiges Qualitätsprodukt mit einer Lebensdauer, die auf 40 - 50 Jahre ausgelegt ist, keinerlei Auswirkungen auf die Umwelt hat und nachfolgende Generationen weniger belastet. Gleichzeitig aber auch mit modernsten Eigenschaften, was Gestaltung oder auch Pflegeleichtigkeit betrifft.

 

Wie ist es bei privaten Bauherrn?

Für den Häuslebauer und Gartenbesitzer mag der CO2 Ausstoß vielleicht nicht so wichtig sein, doch

wenn er durch ein hochwertiges schönes Produkt in seinem Garten zugleich einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, umso besser. Hier sind wir darauf bedacht, ihn größtmöglich darin zu unterstützen, seinen Traum vom eigenen Garten wahr werden zu lassen. Denn ein Garten ist ein faszinierendes persönliches Projekt, das man meist nur einmal im Leben gestaltet.

 

Foto: Rinn
Rinn-Geschäftsführung Foto: Rinn

Warum hat Nachhaltigkeit für Sie und die Firma diesen Stellenwert?

Wir als inhabergeführtes Familienunternehmen denken in Generationen und nicht in Quartalen. Wir haben erkannt, dass eine ressourcenschonende und -sparende Produktion und Verarbeitung nicht eben nur nachhaltig ist und unseren Kindern und Enkeln eine bessere Welt hinterlässt. Sie ist für uns vor allem auch wirtschaftlich, weil kostensparend. Viele Investitionen machen sich schon bald von selbst bezahlt, andere hingegen erst nach vielen Jahren - und trotzdem ergeben sie Sinn. Zum Glück können wir solche Entscheidungen zügig auf den Weg bringen, das ist in Familienunternehmen der Vorteil. Denn die Hebelwirkung, die sich daraus am Markt entwickelt, ist immens und macht unseren Einfluss spürbar.

Unser Ziel ist es, zukunftsfähig zu wirtschaften und möglichst viele mit diesem Gedanken zu infizieren und auch einzubinden. Dazu gehören Produkte, die wir in einer zukünftigen Welt benötigen und die wir uns leisten können, wie zum Beispiel den RC 40 Stein. Und mit denen wir als Gesellschaft weg von der Wegwerfmentalität hin zu einem geschlossenen System, einer Kreislaufwirtschaft gelangen können.

 

Grafik: Rinn

Rinn Beton- und Naturstein
GmbH & Co. KG

Rodheimer Straße 83

35452 Heuchelheim

 

Ansprechpartner:

Ralf Dieling

ralf.dielingrinn.net

www.rinn.de

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Der Weg zur GREEN BRANDS-Auszeichnung ist nicht leicht. Die Unternehmen und Marken müssen in drei Stufen und über vier Jahre die Ernsthaftigkeit ihrer nachhaltigen Ausrichtung belegen. Der Prozess ist „weltweit einmalig“, betont Norbert Lux von GREEN BRANDS: „Wir wollen Leuchttürme präsentieren, die aus dem Unternehmer- und Produkt-Meer heraus strahlen.“

Dabei will ihn und die prämierten Marken global° unterstützen. Als unsere Contentpartner bieten wir den Unternehmen deshalb eine extra geschaffene Publikationsplattform. Wir stellen sie ins Rampenlicht, ihr Engagement hat es verdient.

26.01.2017 globalmagazin

RINN ist neue GREEN BRANDS-Marke

Foto: GREEN BRANDS

Rinn Beton- und Naturstein nimmt Nachhaltigkeit ernst: Für das Unternehmen lohnt sich dies Engagement. Es erhielt dafür von GREEN BRANDS die Zertifizierung als GREEN BRANDS-Marke.