AKW Fukushima: Die fortwährende Katastrophe

AKW-Gelände nach dem Tsunami im März 2011 Foto: Wikimedia CC

Drei Jahre Ernstfall: Das japanische Erdbeben und der Tsunami vom 11. März 2011 wirken bis heute nach. Aus dem zerstörten AKW bei Fukushima dringt noch immer Strahlung in die Umgebung und belastet das Wasser sowie die Organismen des Pazifik. Der Stromkonzern Tepco bekommt die Lage noch immer nicht in den Griff - trotz Milliarden-Aufwand.

Seit Tagen gedenken die Menschen in Japan und auf der Erde der Opfer des Unglücks: Tausende Menschen leben seither in Notunterkünften fernab ihrer verseuchten Heimat. Hunderte Arbeiter auf dem Kraftwerksgelände müssen täglich in die Gefahrenzone, um zu sichern, was kaum zu sichern ist – sie riskieren dabei ihre Gesundheit und ihr Leben. Denn immer wieder kommt es in der AKW-Anlage zu neuen Zwischenfällen.

Freiwillige kümmern sich auch um die nach der AKW-Explosion allein zurückgelassenen Tiere auf den Bauernhöfen in der Todeszone von Fukushima. Sie kämpfen einen aussichtslosen Kampf ums Überleben der Kühe, Schweine und Schafe.

Die Fische, die vor der japanischen Ostküste ins Netz gehen, überschreiten die Grenzwerte für den verzehr. Ende Februar lieferten Fischer bei Testfängen Ware ab, die deutlich über 100 Bequerel pro Kilogramm strahlte, schreibt jetzt die Ärzte-Zeitung.

 

Dramatische Lage in Fukushima kann sich jederzeit zuspitzen

 

Noch immer lagern im AKW gebrauchte Brennstäbe - nur notdürftig gekühlt und fast ungesichert. Immer wieder tritt Wasser aus Auffangtanks mit verstrahltem Kühl- und Reinigungswasser. Oft fließt es ungehindert ins Meer. „Die Lage in und um das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ist nach wie vor dramatisch“, kommentiert der Westdeutsche Rundfunk (WDR) in seinem Hörfunksender, „sie kann sich jederzeit noch weiter verschärfen.“

 

Das jüngste Beispiel für die Dramatik ist gerade einmal Tage alt:

Die Versuche, Ortschaften im Sperrgebiet zu dekontaminieren, sind meist fehlgeschlagen. An eine Rückkehr der Menschen ist kaum zu denken. Währenddessen mehren sich immer wieder Meldungen, die von erhöhten Krebserkrankungen – vor allem bei Kindern und Älteren – berichten. Selbst in den USA maßen Wissenschaftler erhöhte Strahlung etwa in Fisch aus dem Pazifik oder durch Partikeln, die übers Meer bis an die Westküste des Kontinents drifteten. Laut Pressemeldungen sollen radioaktive Isotope etwa im April 2014 Kanada erreichen: „Während die radioaktive Verseuchung des Bodens und des Grundwassers in Tschernobyl lokal geblieben ist, streut die Fukushima-Radioaktivität über die Weltmeere global.“

 

Milliarden-Schäden durch Atomkraftnutzung auch in Deutschland

 

„Reaktorunfälle wie in Fukushima sind die sichtbaren Schäden der zivilen Nutzung der Atomkraft“, meldet derweil die Tagesschau. Das aber ist nur die Spitze des Eisbergs. Nach Recherchen des WDR summieren sich die Fehlinvestitionen etwa „in Kraftwerke, die nie ans Netz gingen“, auf „Hunderte Milliarden“.

Weltweit, so zählen die TV-Journalisten zusammen, stehen Atomruinen im Wert von gut 500 Milliarden Dollar: AKW, die nie ans Netz gingen, nie gebaute Aufbereitungsanlagen oder Atomlager. Die Mär vom günstigen Atomstrom platzt demnach wie eine Seifenblase: „Insgesamt beläuft sich der volkswirtschaftliche Schaden der Atomkraft nach Recherchen des WDR auf mehr als eine Billion US-Dollar - berechnet im Wert von 2012.“


pit

 

 

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