Beweis: Grönland war einst grünes Land

Dylan Rood un dsein Team entnehmen Proben Foto: LLNL

Grönland steckte nicht immer unter einer Eisdecke: Vor etwa 2,5 Millionen Jahren blühte dort, wo sich heute die zweitgrößte Eismasse der Erde türmt, grüne Tundra. Das Land sah ungefähr aus, wie heute Alaska, beschreibt Dylan Rood vom Lawrence Livermore National Laboratory das Fazit seiner aktuellen Studie an Bodenproben. In ihnen fand er das extrem seltene, radioaktive Isotop Beryllium-10. Es kam aus dem Kosmos auf die Erde und blieb bis heute über Jahrmillionen unter rund 3.000 Meter Eis begraben.

Die Bodenprobe, die Rood und seine Kollegen unter dem Eis fanden, waren dort seit gut 2,7 Millionen Jahren eingefroren. Der prähistorische „Dreck“, den die Wissenschaftler aus ihren Eisbohrkernen isolierten und in ihrem High-tech-Labor unter die Lupe nahmen, jedoch verrät ihnen viel über die Klimageschichte des Planeten Erde: etwa, dass das Eis im Zentrum Grönlands trotz aller Klimaschwankungen der Erdgeschichte nie schmolz, sondern relativ konstant blieb.

 

Beryllium-10 aus dem All lag 2,5 Mio. Jahre unter dem Eis

 

Die Bodenprobe belegt aber zudem: Vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren waren größere Teile Grönlands eisfrei. Den Nachweis brachte der relativ hohe Gehalt an Beryllium-10 in den jetzt von Dylan Rood gefundenen Boden-Proben. Dieses Isotop muss mit Meteoriten auf die Erde gehagelt sein. Seither liegt es am Boden Grönlands. Da es noch immer dort im Boden liegt, belegt dies, dass den Landstrich damals kein Eis bedeckt hat.

Beryllium-10 ist äußerst selten nachzuweisen. Die Wissenschaftler nutzten dafür ein Verfahren zur ultra-empfindlichen Messung der Isotopenverhältnisse in ihren Proben. Rood erklärt Center for Accelerator Mass Spectrometer (CAMS) so: „Der Teilchenbeschleuniger ist so genau, dass es ein einziges Sandkorn an einem langen Sandstrand identifizieren könnte.“

Gemeinsam mit Wissenschaftler-Kollegen der University of Vermont, Idaho State University und der University of Wyoming forschte das Roods Team fünf Jahre lang und fütterte das CAMS mit Daten.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Schreckensszenarien auf Grönland widerlegt

800.000 Jahre Klimageschichte

PIK-Studie: 2100 ist die Erde um vier Grad wärmer


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Filmplakat

Filmtipp: HUMAN FLOW

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen,...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Manfred Richter

Baden-Württemberg bei Erneuerbaren spitze

Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern sind im Bereich der Erneuerbaren Energien die...


Neu im global° blog

Filmplakat

Filmtipp: HUMAN FLOW

Rund um die Welt sind derzeit mehr als 65 Millionen Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen,...


Foto: Johnny Chen / Unsplash.com

Flucht: Klimawandel und Land Grabbing als Asyl-Grund

Bis zum Jahr 2050 könnten bis zu 200 Millionen Menschen zu heimatlosen Klimaflüchtlingen werden....


Foto: rightlivelihoodaward.org

Alternative Nobelpreise 2017 vergeben

Die diesjährigen Preisträger des Right Livelihood Award am wurden 26. September durch Ole von...


Folgen Sie uns: