Beweis: Hitzerekorde von Menschen verursacht

Foto: Wikimedia CC/GNU/Stefan Kühn

Die Rekord-Wärme auf der Erde ist „mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit“ von Menschen ausgelöst. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine neue Studie von Wissenschaftlern des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

„Ohne die Treibhausgase aus dem Verfeuern von Kohle und Öl wäre die Chance verschwindend klein, dass 13 der 15 wärmsten Jahre, die je gemessen wurden, alle in unserem noch jungen Jahrhundert verzeichnet wurden“, fassen die Forscher um Stefan Rahmstorf ihre Analysen zusammen. Diese Wahrscheinlichkeit betrage zwischen 1 zu 5.000 und 1 zu 170.000. „Die Daten für 2015, die erst nach Abschluss der Studie eintrafen, machen diese Wahrscheinlichkeit sogar noch geringer“, sagen die Wissenschaftler.

 

Zufall bei Berechnung des Klimas ausschließen

 

„2015 ist wieder das wärmste je gemessene Jahr, und das kann kaum Zufall sein“, so Rahmstorf, der Beobachtungsdaten mit umfassenden Computersimulationen des Klimasystems kombinierte.

„Natürliche Klima-Variabilität lässt Temperaturen über Zeiträume von mehreren Jahren zunehmen und abnehmen, statt dass sie unberechenbar von einem Jahr zum anderen schwanken“, sagt Michael Mann, der als Direktor des Earth System Science Center der US-Hochschule Penn State die Srudie leitete: „Das macht es schwieriger, die Wahrscheinlichkeit akkurat abzuschätzen, ob einzelne Temperaturrekorde Zufall sein können oder nicht. Angesichts des öffentlichen Interesses schien es wichtig zu sein, dies einmal wirklich solide zu berechnen und die interessante und relevante Frage zu beantworten, wie unwahrscheinlich es ist, dass die jüngsten Temperaturrekorde allein zufällig zustande gekommen sind.“

 

Folgen der Hitzerekorde: Tote, Hitze, Dürre und Überflutungen

 

Die nun errechnete Wahrscheinlichkeit, dass die jährlichen Temperaturrekorde Zufall waren ohne Beitrag der vom Menschen ausgestoßenen Treibhausgase, sind größer als in der Vergangenheit angenommen: Sie lag zwischen 1 zu 27 Millionen und 1 zu 650 Millionen. Sie ist jedoch immer noch klein.

Im Gegensatz hierzu hat die Analyse gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Jahresrekorde ziemlich hoch ist, wenn man die durch mensch-gemachte Emissionen verursachte Erderwärmung mit einbezieht. „ Natürliche Klimaschwankungen können die beobachteten Wärmerekorde nicht erklären, aber der menschgemachte Klimawandel kann es“, erklärt Rahmstorf. Und die unnormal hohen globalen Durchschnittstemperaturen haben Folgen. „Lokal hat die Erwärmung vielerorts zu nie dagewesenen Hitzewellen geführt – die traurigerweise Menschenleben gekostet haben und Dürren und Waldbrände verschlimmert haben. Das Risiko von Hitze-Extremen ist um ein Vielfaches gewachsen, weil wir mit unseren Treibhausgas-Emissionen die Funktionsweise des Erdsystems stören.“


red

 

 

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