Bürgerbeteiligung: So klappt die Energiewende

Foto: wikimedia CC BY-SA 2.0_Benjamin Radzun

Mitsprache garantiert Erfolg der Energiewende: 91 Prozent der Befragten messen der Beteiligung der Bürger an Entscheidungen zum Umbau unserer Energieversorgung „wichtige“ oder „sehr wichtige“ Bedeutung bei. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) sowie des Potsdamer Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS).

Knapp 100 der im VKU zusammengeschlossenen 765 Stadtwerk nahmen an der Umfrage teil. Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck kommentierte die Ergebnisse der Umfrage: Die Energiewende sei eine immense Infrastruktur-Aufgabe, die gesamtgesellschaftlich zu stemmen ist. „Die Ausführung ist technisch komplex und macht Eingriffe in die Landschaft notwendig, etwa durch den Bau von Erneuerbaren-Energien-Anlagen oder Stromtrassen“, sagt Reck, das fordert den Bürgern Zugeständnisse ab.“

Bürgerbeteiligung sei ein Weg, „auf dialogorientierte Weise, gemeinsame und für alle Akteure tragbare Lösungen zu finden.“

 

Energiewende: Jedes zweite Stadtwerk hat Erfahrung in Bürgerdialogen

 

Die Umfrage beleuchtete die Einschätzung zur Bedeutung von Bürgerbeteiligung für die Energiewende. Ein Teil der Befragung ging spezifisch auf die Beteiligungspraxis der informellen Bürgerbeteiligung, etwa mittels Runder Tische, Zukunftskonferenzen oder Bürgerversammlungen, ein. Sie ergab, dass knapp die Hälfte der befragten Unternehmen in den letzten zehn Jahren Erfahrung mit der Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern in Planung, Bau und Betrieb von Energieinfrastrukturprojekten gemacht hat - vor allem in den Bereich Solarstrom (67 Prozent), Windenergie (35 Prozent) und Biomasse (28 Prozent).

IASS-Exekutivdirektor Klaus Töpfer sieht dies als positives Signal: „Dass bereits jedes zweite befragte Stadtwerk Erfahrungen mit Bürgerbeteiligung bei der Energiewende gemacht hat und diese als wichtig bis sehr wichtig wertet, freut mich besonders. Nur durch eine solche Teilhabe kann die weitere Umsetzung der Energiewende als Gemeinschaftswerk gelingen. Zugleich ist die Energiewende das Feld, in dem Formen der Bürgerbeteiligung maßgeblich ausprobiert und weiterentwickelt werden können.“

Hans-Joachim Reck kommentiert das Ergebnis: „Es ist bemerkenswert, dass mehr als 80 Prozent der Stadtwerke, die Bürger beteiligen, dies informell, das heißt außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung tun.“ Sein Fazit daraus lautet: Kommunale Unternehmen sind nah an den Bürgern und den kommunalpolitischen Entscheidungen.


red

 

 

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