Wo Deutschlands Stromverschwender wohnen

Fto: ap/A. Morlok

Die größten Stromverschwender Deutchlands leben in Aschaffenburg, Oldenburg und Osnabrück. Das ergab jetzt ein Vergleich in 120 Städten. Ein Internet Strom- und Produktvergleichsportal wertete dafür rund 120.000 ausgewählte Strom-Rechnungen aus. Ergebnis: Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Haushaltsgrößen, wurde aufgrund der Vertrags-Angaben der Pro-Kopf-Stromverbrauch pro Stadt ermittelt. Die Resultate der Berechnung klassifizieren sich in drei Gruppen: „Stromsparer“ verbrauchen zehn Prozent weniger (< 1667 Kilowattstunden - kWh) als der ermittelte Durchschnitt. „Stromverschwender“ liegen um zehn Prozent darüber (> 2037 kWh). Die Normal-Stromverbraucher sind im Mittel. Dieser Durchschnittsverbrauch liegt in Deutschland bei 1.852 kWh.

Über die Strom-Recherchen berichtet das Vergleichsportal der Agentur Pressetext: „Die Aschaffenburger verbrauchen fast ein Viertel mehr Strom als der deutsche Schnitt. Ähnlich sieht es in Oldenburg (+22,3%), Osnabrück (+22,1%) und Ludwigshafen (+20,7%) aus. Weitere Stromverschwender sind: Regensburg, Trier, Bamberg, Aachen, Wolfsburg, Erlangen, Saarbrücken, Bayreuth, Karlsruhe, Passau, Celle, Darmstadt, Fürth, Hannover, Reutlingen, Marburg, Hanau, Moers, Münster und Straubing. Als größte Stromverschwender sind die Städte von Niedersachsen und dem Saarland analysiert worden. Demnach verbrauchen die saarländischen Bewohner ein Drittel mehr Strom als die Thüringer.“

Interessanterweise erweisen sich dabei ausgerechnet die Bürger der Städte mit dem höchsten durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen oftmals sparsamer beim Stromverbrauch. Sie konnten im Test in einem guten Mittelfeld abschließen. Hierzu gehören beispielsweise die Bewohner von Frankfurt am Main (-4,0 Prozent), Hamburg (-4,5 Prozent), München (-8,5 Prozent) oder Stuttgart (-8,5 Prozent).

Das Prädikat „Stromsparer“ können sich 17 Prozent der untersuchten Städte ans Ortsschild heften. Hierzu gehören insgesamt 20 Städte: Dresden (-10,2 Prozent), Leverkusen (-10,2 Prozent), Leipzig (-10,4 Prozent), Zwickau (-12,5 Prozent), Kiel (-12,6 Prozent), Cottbus (-12,7 Prozent), Ingolstadt (-14,3 Prozent), Dessau-Roßlau (-16 Prozent), Frankfurt/Oder (-16,7 Prozent), Baden-Baden (-16,8 Prozent), Pirmasens (-18.8 Prozent), Magdeburg (-19.7 Prozent), Rostock (-20,7%), Suhl (-21%), Jena (-21,5%), Schwerin (-21,7%), Garmisch-Partenkirchen (-22,9 Prozent), Erfurt (-24,9 Prozent), Gera (-24,9 Prozent) und Neubrandenburg (-25,1 Prozent).

In einigen dieser Städte fällt zumindest auf, dass auch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen niedriger als im deutschen Durchschnitt ist. Das heißt: Es könnte sein, dass auch das zu einem umweltfreundlicheren Konsum führt. Aber: „Gerade in Ostdeutschland gehen die Bürger häufig auch aus Tradition sparsamer mit Ressourcen um, also auch mit Energie, als im Westen. Das lässt sich leicht auch an den häufig kühleren Wohnungen in Ostdeutschland bemerken, als den oft (über)heizten westdeutschen“, so Dr. Konstantin Korosides von preisvergleich.de.

 

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