Die Eisfläche in der Antarktis wächst

Foto: JPL

Im Widerspruch zum Klimawandel wächst die Eisfläche in der Antarktis. In den vergangenen 34 Jahren erweiterte sie sich um rund 17 000 Quadratkilometer. Jetzt fanden Forscher heraus, woran das liegt: Grund sind veränderte Windverhältnisse.

 

Forscher des British Antarctic Survey (BAS) und des Jet Propulsion Laboratory der NASA (JPL) enträtselten das paradoxe Phänomen. Warum wächst die Eisfläche in der Antarktis trotz den Bedingungen des Klimawandels und der damit einhergehenden Erderwärmung?

 

Durch Satellitenbeobachtungen fanden die Forscher heraus, dass sich die Winde in der Antarktis seit 1992 verändert haben. Nordwinde führen dazu, dass sich das antarktische Meereis ausdehnt.

 

Dr Paul Holland von der BAS erklärt: „ Meereis ist ständig in Bewegung. Wegen starken Nordwinden wird das es von derAntarktis sozusagen weggeblasen. In manchen Gebieten hat die Ausdehnung stark zugenommen, während in anderen Regionen signifikante Verluste zu beobachten waren. Dies zeigt uns, wie komplex der Klimawandel ist.“

 

Da die Arktis von Landmassen umgeben ist, kann sich dort das Meereis nicht so weit wie in der Antarktis ausdehnen. Meereis spielt eine wichtige Rolle im Klimasystem: Es reflektiert einen Großteil der Sonnenenergie und dämpft die Erwärmung des Planeten.

 

Die Eismasse aber schrumpft mit verheerenden Folgen

 

Das antarktische Eisschild bedeckt 98 Prozent des Kontinents am Südpol und ist somit die größte Eisfläche der Welt. Sie erstreckt sich über 14 Millionen Quadratkilometer und enthält 30 Millionen Kubikmeter gefrorenes Wasser.

 

Wichtig ist zu unterscheiden, dass der Eisschild der Antarktis auf Grund des Klimawandels schmilzt, das Meereis dehnt sich aus. Die Eismasse nimmt insgesamt also auch am Südpol ab. Die Massenverluste beschleunigen sich sogar, bis zu 26 Gigatonnen/Jahr (jedes Jahr erhöht sich also die abschmelzende Eismasse um 26 Milliarden Tonnen/Jahr). Das hat erhebliche Auswirkungen auf den Meeresspiegel und das Klimasystem. Somit steht die Ausdehnung des Meereises nicht im Widerspruch zum Klimawandel.

 

 

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