Elch-Sterben durch den Klimawandel

Elch Foto: Wikimedia CC/Aconcagua

In Bayern wieder da, weltweit stark bedroht: Elche. Kaum freuen sich die Bayern über die Rückkehr des ersten Elchs, schockiert eine Alarm-Meldung: „Immer mehr Elche im Norden der USA sterben auf unerklärliche Weise“, meldet die Agentur Pressetext und verweist auf einen NewScientist-Bericht. Der macht den Klimawandel für Krankheiten verantwortlich, die zu einem Aussterben der großen Waldbewohner führen könnten.

Im US-Bundesstaat Minnesota sei das Elchsterben am schlimmsten. „Umweltschützer befürchten, dass die Tiere in dieser Region innerhalb nur eines Jahrzehnts ausgestorben sein könnten“, schreibt die Agentur. Auch in Schweden schrumpften die Populationen.

 

Nachwuchs der Elche überlebt die Winter nicht

 

Ron Moen vom Natural Resources Research Institute (NRRI) der University of Minnesota Duluth untersuchte das Phänomen: „In den vergangenen acht Jahren ging der Bestand der Elche von 8.500 auf unter 3.000 Tieren zurück“, schlägt der Wissenschaftler jetzt Alarm. Während früher etwa 40 bis 50 Prozent des Nachwuchses den ersten Winter überlebt habe, sagt Moen, „sind es heute kaum 30 Prozent.“

Laut Moen sei das Elchsterben weiter verbreitet, als er zu Anfang seiner Arbeit angenommen hatte, zitiert Pressetext. Es existiere keine einzelne Ursache: „In Minnesota scheinen viele Tiere an parasitären Würmern wie Leberegeln zu sterben. In Wyoming scheint ein Wurm verantwortlich zu sein, der die Halsschlagadern der Elche blockiert. In New Hampshire könnten schwere Infektionen durch Zecken verantwortlich sein.“

 

Zusammenhang mit Klimawandel scheint für Forscher belegt

 

Über die Ursachen solcher Parasiten rätseln die Forscher noch. Laut Dennis Murray von der Trent University lege die Tatsache, dass es sich um eine Vielzahl, aber ähnliche Ursachen handele, nahe, dass die tieferen Ursache für das Problem im Klima begründet sind. „Der Forscher vermutet, dass der Klimawandel für das Elchsterben verantwortlich ist“, zitiert ihn die Agentur: „Elche haben sich an die große Kälte nördlicher Klimaregionen angepasst. Die Populationen im Norden Kanadas und im Süden Skandinaviens scheinen großteils gesund zu sein. Tiere, die südlicher leben, könnten durch ein wärmeres Klima Probleme bekommen.“

Allerdings müsse ein Zusammenhang mit dem Klimawandel erst noch nachgewiesen werden. Murray merkt aber an, dass auch Luchse und Schneeschuhhasen in den südlichen Bereichen in ihrer Ausbreitung zurückgehen. „Dadurch wird die These gestützt, dass es einen Zusammenhang zum Klimawandel gibt“, schreibt Pressetext, „in Zukunft könnte es zu drastischen Veränderungen der Tierpopulationen in den borealen Wäldern kommen.“

 

 

Lesen Sie auch:

 

Klimawandel: Umzugsplan für bedrohte arten steht

Artensterben: Es gibt keinen Reset-Knopf

Prähistorisches Artensterben wirkt sich bis heute aus


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this
Sie finden global° gut! Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende:

Most Wanted

Grafik: Philipp Stösselt/ETH Zürich

DNA-Festplatte: Speicher für die Ewigkeit

Wie können wir unser heutiges Wissen für die kommenden Jahrtausende konservieren? Alte...


Foto: BMBF/NPZ

Wissenschaftsjahr "Zukunftsstadt" eröffnet

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hat das neue Wissenschaftsjahr eröffnet, das sich in...


Foto: Ifremer/ESA/CNES

Die Versauerung des Ozeans aus dem All

Da die Ozeane jährlich mehr als ein Viertel des Kohlendioxids aufnehmen, geht die wachsende Zunahme...


Neu im global° blog

Foto: Umweltministerium

„Wir bekommen Frieden auf den Feldern“

Unter dieser Überschrift hat die FAZ dieser Tage ein Interview mit dem Staatssekretär des...


Foto: Jennafer Bonello / WWF US

Oscar-Gewinner Jared Leto kämpft für WWF

Jared Leto, Oscar-prämierter Filmstar und Sänger, Gitarrist und Songwriter der Band 30 Seconds to...


Mini-Kraftwerk für die Hosentasche

Sie sind unterwegs und brauchen dringend ihr Handy. Genau in dem Moment ist der Akku leer,...


Folgen Sie uns: