„Exaktes Gegenteil von Energiewende“

Kohlekraftwerk Foto: Wikimedia Commons/R. Spekking

Energiewende sabotiert! So hart bewerten Experten das aktuelle Verhalten deutscher Stromkonzerne. Die lassen ihre CO2-Schleudern auf Hochtouren feuern und „verkaufen“ ihren Strom sogar dann ins Ausland, wenn sie wegen des Überangebots an der Leipziger Strombörse noch Geld nachschießen müssen, um überhaupt Abnehmer zu finden.

 

In einer Analyse des Geschehens am deutschen Strommarkt notiert Joachim Wille von der Frankfurter Rundschau die derzeitige Situation. Nach Rekord-Exporten im Vorjahr steuern die deutschen Stromerzeuger demnach auch 2013 neue Höchstwerte an. Einer Studie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zufolge werde voraussichtlich die 30 TWh-Marke (Terawattstunden) übertroffen, zitiert Wille Zahlen des Umwelt- und Verbraucherverbands. „Im ersten Halbjahr legte der Netto-Export gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 50 Prozent zu.“

 

Klimaschützer kritisieren deutsche Stromexporte

 

Diese Marktlage kommentiert in dem Bericht der DUH-Energiefachmann Gerd Rosenkranz: „Die erneut kräftig gestiegenen Stromexporte stammen allein aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken.“ Deswegen sei das „Gerede vom Ökostrom-Überschuss ein Märchen“.

 

Rosenkranz weiter: „Was wir stattdessen erleben ist ein neuer Kohleboom und damit einen Anstieg der nationalen Treibhausgasemissionen.“ Das sei „das exakte Gegenteil der Energiewende, die wir uns vorgenommen haben“.

 

 

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