Fukushima: Viele Arten in Sperrzone missgebildet

Einfahrt zur Sperrzone um Fukushima bei Kashiwa Foto: Wikimedia CC/Abasaa

Fukushima reloaded: Die Forscher sind zwar nicht einhelliger Meinung über ihre Studienergebnisse, die Tendenz jedoch ist eindeutig – für die meisten der in der rund 600 Quadratkilometer großen Sperrzone um das 2011 havarierte Atomkraftwerk an der japanischen Ostküste „bedeutet der Unfall einen dramatischen Rückgang der Population, massive Schäden am Genpool bis hin zu Albinismus und lebensbedrohlichen Mutationen“. Das berichtet ganz aktuell Green-WiWo, die Online-Umweltausgabe des Magazins Wirtschaftswoche.

Wissenschaftler begannen schon gleich nachdem der verheerende Tsunami im März 2011 den Reaktor nahe Fukushima so stark ramponierte, dass es dort zur Kernschmelze und Freisetzung erheblicher Radioaktivität kam, mit ihrer Feldforschung an den Tieren und Pflanzen in der abgeriegelten Region um das Kernkraftwerk. „Eine steigende Zahl wissenschaftlicher Befunde bezüglich Vögeln, Affen, Schmetterlingen und anderen Insekten zeigt, dass betroffene Arten signifikant durch die Freisetzung radioaktiver Strahlung beeinflusst wurden“, zitiert Green WiWo den Forscher Timothy Mousseau von der US-Universität South Carolina. Er ist einer der Wissenschaftler, die jetzt ihre Studien über die Folgen der Atomkatastrophe veröffentlichen.

 

Missbildungen und hohe Sterblichkeit bei Lebe wesen in der Todeszone

 

Viele Tiere wuchsen langsamer, blieben zu klein oder zeigten – so die Studienergebnisse – abnormale Mutationen etwa an Extremitäten.

Auch den Einfluss radioaktiv belasteter Nahrung konnten einige Studien nachweisen: Larven von Schmetterlingen, die selbst keiner Strahlung ausgesetzt waren, weils sie bereits in einem Versuchslabor lebten, zeigten nach der Fütterung mit belasteten Blättern aus der Sperrzone „extrem hohe Raten von Abnormalitäten und Sterblichkeit“. So zitiert Green WiWo den Wissenschaftler Joji Otaki von der Universität Okinawa. Bei Vögeln stellten Biologen demnach starke Beeinträchtigungen wie fehlende oder verkümmerte Federn fest.

 

Widersprüchliche Daten fanden Forscher rund um Tschernobyl

 

Aus der ukrainischen Gegend um das 1986 explodierte Atomkraftwerk Tschernobyl berichten dagegen Wissenschaftler von Tieren, die größer als in nicht bestrahlten Regionen lebende Artgenossen seien.

 

 

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