Klimatarier werden? Mit dem KlimaTeller!

Foto: veggiday.de

Das Projekt KlimaTeller sorgt für klimafreundliche Ernährung in Mensen und Kantinen und spart damit große Mengen an CO2. Das Konzept ist einfach: Lebensmittel, für deren Herstellung pro Kilogramm mehr als vier Kilogramm CO2-Äquivalente ausgestoßen werden, kommen nicht auf den Tisch. Dazu gehören Rind- und Schweinefleisch und Sahne, nicht aber Geflügel und Fisch.

 

Britische Studie: Veganer leben klimafreundlicher

 

Eine britische Studie zur Klimafreundlichkeit verschiedener Ernährungsweisen kommt zu dem Ergebnis, dass eine vegane Lebensweise dem Klima am wenigsten schadet. Die Wissenschaftler untersuchten „Vielfleischesser“ (mehr als 100 Gramm Fleisch pro Tag), „Wenigfleischesser“ (weniger als 50 Gramm Fleisch pro Tag), Pescetarier, Vegetarier und Veganer und verglichen die Treibhausgasemissionen, die durch 289 verschiedene Lebensmittel verursacht werden. Wenig überraschend fanden sie heraus, dass die Vielfleischesser für die größten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Wer seinen Fleischkonsum von über 100 auf unter 50 Gramm pro Tag reduziert, kann im Jahr ungefähr so viele CO2-Äquivalente sparen, wie ein Flug von London nach New York und zurück verursacht. Die CO2-Äquivalente, die durch vegane Ernährung emittiert werden, sind sogar 2,5 mal niedriger als die der Fleischkonsumenten.

 

Klimatarisch ist nicht unbedingt nur vegetarisch

 

Trotz solcher Befunde verzichtet der KlimaTeller bewusst darauf, ausschließlich vegetarische oder vegane Gerichte anzubieten. Die Grenze bei vier Kilogramm CO2-Äquivalenten zu ziehen, ist letztendlich eine willkürliche Entscheidung. Der Grund: Der KlimaTeller will vor allem darauf aufmerksam machen, dass beim Anbau und bei der Produktion verschiedener Lebensmittel unterschiedlich viel Treibhausgase frei werden: In der Landwirtschaft wird Lachgas freigesetzt, beim Transport der Lebensmittel CO2. Fleisch schneidet besonders schlecht ab, weil die Tiere viel pflanzliche Nahrung brauchen und außerdem Wiederkäuer beachtliche Mengen an Methan ausstoßen. Milchprodukte mit hohem Fettgehalt gehören aus ähnlichen Gründen nicht auf den KlimaTeller: Für ihre Herstellung wird sehr viel Milch benötigt.

 

KlimaTeller: Immer mittwochs das Klima schonen

 

Nach diesem Prinzip funktioniert der KlimaTeller: Immer mittwochs gibt es in den teilnehmenden Mensen und Betriebskantinen klimafreundliche Gerichte. Damit hat das Projekt bereits 1.560 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Mit weiteren Angeboten wie einem Emissionsrechner wird es einfach zum Klimatarier zu werden: Vor dem Einkaufen ausrechnen, wie klimaschädlich das geplante Essen ist und auf Sahne, Käse und Fleisch verzichten. Oder sich gleich bei den Rezepten des KlimaTellers inspirieren lassen. FME

 

Lesen Sie auch:

 

Frühstücken für den Klimaschutz

Essen in Deutschland: Die Wahrheit über unseren Speiseplan

Fünfzig Prozent weniger Treibhausgas beim Essen

 


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto: ICAN/Pressenza

Atomwaffenverbot: Aktivisten kritisieren Boykott

Mit einer meterhohen Lichtprojektion am Gebäude des Außenministeriums haben Friedensaktivisten...


Foto: pixabay cc/publicdomain/sereechaise

Klimawandel fördert mehr Kinderarbeit

Noch ein Grund, den Klimawandel zu bekämpfen: Er verschlimmert die Ausbeutung von Kindern in den...


Screenshot: Video

Meeresmüll-Film: It‘s a plastic world

Andreas Tanner schreibt über sein Filmprojekt: In meinen Ferien sah ich einen einsamen Strand, der...


Neu im global° blog

G20: Hamburg wird ein orwellscher Albtraum

Der G20-Gipfel findet am 7.-8. Juli in Hamburg statt. Die Verantwortlichen haben vor, ihre Stadt in...


Foto: naturlieferant.de

Plastikfrei leben - Plastikfreie Zone

Plastikfrei leben ist die Vision und das Ziel von Katrin Schüler und ihrer Plastikfreien ZONE. In...


Foto: DiEM25

Überraschend: Es gibt Alternativen für Europa!

Am 25. und 26. Mai kamen DiEM25-Mitglieder aus ganz Europa in Berlin zusammen um ihre Arbeit und...


Folgen Sie uns: