09.06.2017

Klimawandel fördert mehr Kinderarbeit

Foto. Pixabay CC/PublicDomain/Sereechaise

Noch ein Grund, den Klimawandel zu bekämpfen: Er verschlimmert die Ausbeutung von Kindern in den ärmeren Ländern und erhöht etwa Kinderarbeit. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Organisation terre des hommes hervor.

Der neue "Kinderarbeitsbericht 2017" zeigt die Auswirkungen von Klimawandel und Umweltzerstörung auf Kinderarbeit. Darin schreibt terre des hommes: "Insbesondere die Menschen in Entwicklungsländern sind von den Folgen betroffen". Die Auswirkungen des Klimawandels verschäften "vielfach die Armut der Betroffenen".

 

Nur Kursänderung der Politik hilft Betroffenen des Klimawandels

 

Wer Kinder wirklich schützen wolle, so schreiben die autoren des Berichts, brauche keine Politik à la Trump. Gefordert sei vielmehr "eine Umkehr in Richtung Ressourcenschutz und nachhaltigem Wirtschaften".

Der Bericht untersucht exemplarisch die Situation in Nepal, Indien, Burkina Faso, Peru und Nicaragua. Der Fall Burkina Faso zeige, so schreibt teere des hommes, "dass der Klimawandel in der Sahelzone zu nicht vorhersehbaren Wetterbedingungen und immer mehr einer Auslaugung der Böden führt, so dass Familien gezwungen sind, alternative Einnahmequellen zu suchen". Kinderechtsexpertin Antje Ruhmann beschreibt die Situation so: "Die Kombination aus ärmlichen Lebensverhältnissen, geringen Bildungschancen und fehlenden guten Arbeitsbedingungen für junge Menschen und Erwachsene sowie der jüngste Goldrausch haben dafür gesorgt, dass immer mehr Kinder unter gefährlichen und schädlichen Bedingungen in Goldminen arbeiten müssen."

 

Fatale Folge des Klimawandels: Müllsammler statt Schüler

 

In Indien zeige sich eine Verlängerung der "saisonalen Migration aufgrund des Klimawandels von drei auf sechs Monate", so terre des hommes. Als Folge der Entwicklung müssten viele Kinder dort heutearbeiten satt zur Schule zu gehen. Am Beispiel Nicaragua lasse sich zeigen, dass durch Umweltzerstörung auch neue Formen von Arbeit entstünden: "Große Mülldeponien stellen eine lukrative Einnahmequelle für diejenigen dar, die aufgrund extremer Witterungsbedingungen keine verlässliche Ernte erzielen", beschreibt der Bericht.

Diese Seite des Klimawandels werde bislang noch viel zu wenig beachtet und debattiert, beklagt die Hilfsorganisation. Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Kinderarbeit müsse daher dringend mehr Beachtung finden: "Eine stärkere Verzahnung der beiden Politikfelder Umwelt und Kinderrechte und insbesondere die Situation von Migrantinnen und Migranten muss stärker ins Blickfeld nationaler und internationaler Politik rücken", so terre des hommes.


pit

 

 

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