Klimawandel - Pinguin-Küken verlieren an Gewicht

Gefährdet der Klimawandel in Zukunft auch die Adeliepinguine?; Foto: wikimedia commons/ Hannes Grobe

Küken von Adeliepinguine sind in milden Wintern leichter als gewöhnlich. Zwischen dem Gewicht von Pinguin-Küken und den lokalen Witterungsbedingungen besteht ein Zusammenhang, berichten US-Wissenschaftler der University of Delaware in der Fachzeitschrift Marine Ecology Progress Series.

 

Die Wissenschaftler werteten Daten von 1987 bis 2011 aus und stellten fest, dass das Gewicht der Pinguin-Küken in warmen Winter deutlich geringer war - teilweise bis zu zweihundert Gramm. Megan Cimino, Autorin der Studie, vermutet: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Wetterveränderungen die Kosten der Thermoregulierung der Küken erhöht. Wenn sie kalt und nass sind, müssen sie mehr Energie investieren, um sich warm zu halten." Dazu komme, so Cimino, dass starke Winde die Wassersäule aufmischen und den Krill (Krebstiere) verteilen. Die Elternvögel bräuchten dadurch mehr Zeit zur Futtersuche und besuchten ihren Nachwuchs seltener.

 

Adeliepinguine füttern ihre Jungen mit Krill; Foto: wikimedia commons/ Jerzy Strzelecki

Ökosystem der Antarktis verändert sich

 

Die mittelgroßen Adeliepinguine - sie werden zirka siebzig Zentimeter groß - leben in der Antarktis und sind bestens an trockene, eisige Winter angepasst. Infolge der globalen Erderwärmung verändert sich allerdings auch das Klima an den Polen. Seit 1950 ist die durchschnittliche Jahrestemperatur in der Antarktis um zwei Grad, im Winter sogar um sechs Grad Celsius angestiegen. Das einst kalt-trockenes Polarklima entwickelt sich kontinuierlich zu einem subpolaren, regenreichen Klima.

 

Die lokalen Wetterveränderungen, vor allem der Niederschlag, machen den Jungen der Adeliepinguine sehr zu schaffen. Da die Elternvögel ihr Futter im Meer suchen, lassen sie ihre Küken nach dem Schlüpfen zeitweise allein im Nest zurück. Bisher gingen Forscher davon aus, dass das Gewicht der kleinen Pinguine von der Fürsorge ihrer Eltern und der Nahrungsmenge und -qualität abhängen. Je schneller ein Junges an Gewicht zulegt, desto besser sind seine Überlebenschancen.

 

Die Erkenntnisse der Ozeanografen werfen nun neue Fragen auf und zeigen die unabsehbaren Auswirkungen des Klimawandels selbst in entlegensten Ökosystemen. JET

 

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