Kohlemeiler blasen zu viel Quecksilber in die Luft

Kraftwerk in Datteln Foto: Wikimedia CC/Paul Arnold

Neue Argumente gegen Kohlekraftwerke: Die Onlineausgabe der Frankfurter Rundschau (FR) zitiert eine aktuelle Studie, wonach Kohlemeiler nicht nur erheblich zur steigenden CO2-Last der Atmosphäre betragen. Sie sind auch „im großen Stil“ für den Ausstoß „des gesundheitsschädlichen Quecksilbers in Deutschland“ verantwortlich!

„Zwei Fünftel der Gesamtemission ließen sich auf acht Braunkohlekraftwerke zurückführen, die jeweils mehrere hundert Kilogramm Quecksilber pro Jahr in die Luft bliesen“, zitiert die FR die Autorin der Studie und Umweltwissenschaftlerin Barbara Zeschmar-Lahl. Fazit: „Würde die Bundesrepublik die deutlich strengeren Grenzwerte der USA übernehmen, müssten hierzulande umgehend rund 50 Kohlekraftwerke vom Netz gehen, ihre Abgasreinigung anpassen oder Kohle mit einem geringeren Quecksilber-Gehalt verfeuern.“

 

Energiemix fatal: Quecksilber schadet der Gesundheit

 

Das schwermetall Quecksilber ist ein Nervengift. Es kann Herz-Kreislauferkrankungen auslösen und Schäden des Immunsystems. Betroffen sind vor allem schwangere und Kinder.

Weil sich das Gift in der Umwelt und in der Nahrungskette anreichert und aufsummiert, setzen Experten der Vereinten Nationen schon lange auf eine Reduzierung und Vermeidung des Stoffs. „Die Vereinten Nationen und die Europäische Union bemühen sich seit vielen Jahren, die Produktion und den Ausstoß von Quecksilber einzudämmen“, kommentiert die FR die Lage. Die USA senkten daher 2012 die Grenzwerte für die Emissionen aus der Stein- und Braunkohleverstromung auf 1,4 und 4,1 Mikrogramm Quecksilber pro Kubikmeter Abgas.

In Deutschland dürfen die Werte noch immer bei „30 Mikrogramm im Tagesmittel“ liegen, zitiert die Zeitung die aktuelle Rechtslage und kommentiert dies: „Würde man die strengen US-Grenzwerte zugrunde legen, dürften fast alle untersuchten deutschen Kohlekraftwerke nicht mehr laufen.“


pit

 

 

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