L.A. will mit weißer Farbe Klimawandel mindern

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/tpsdave

Weiß schützt: In Los Angeles soll der Straßenasphalt künftig nicht mehr - wie heute - grauschwarz sein. Arbeiter testen derzeit einen weißen Überzug für die Fahrbahnen der kalifornischen Millionenstadt. Das soll die im Sommer unerträgliche Hitze mindern.

Laut einem Bericht der Online-Ausgabe des Magazins Spiegel beschloss die Stadtverwaltung, auf einigen Straßen der Stadt die Wirkung des neuen Belags zu ergründen.

 

Klimaschutz: Abkühlung durch weiße Fahrbahnen

 

"Laut Hersteller reflektiert das hellgraue Pflaster einen Großteil des Sonnenlichts, während normaler schwarzer Asphalt bis zu 95 Prozent davon aufnimmt", zitiert das Magazin aus der Begründung der Stadt, "Durch die Reflexion soll die Spezialfarbe die Bodentemperatur und damit die Hitze auf innerstädtischen Straßen mindern."

Der Klimawandel nämlich setzt vor allem urbanen Gebieten kräftig zu. Straßen und Häuser heizen sich nicht nur viel rascher und stärker auf als unbebautes oder gar bewaldtes Terrain. Mauerwerk und Beton speichern die Sonnenenergie auch noch obendrein - und geben sie etwa in den Nächten erst langsam wieder ab - sie machen damit den Schlaf der Stadtbewohner weniger erholsam.

Diesen Effekt soll die Spezialfarbe nun hoffentlich mindern. "Auf der schwarzen Oberfläche erreicht die Hitze im Moment 42, 43 Grad", erklärte Jeff Luzar vom Hersteller Guardtop laut Spiegel bei einer Vorführung in L.A., "auf der anderen Seite sind es nach nur einer Schicht Farbe 36 Grad - bevor man die zweite Schicht aufgetragen hat. Man sieht also einen Temperaturunterschied von sechs bis sieben Grad."

Die Idee, der Hitze mit weißer Farbe die größten Schrecken zu rauben, ist keinesfalls neu. Auch altbekannt. Die weißen Häuser auf griechischen Inseln oder in Nordafrika sind ein gutes Beispiel dafür, dass frühere Generationen und Kulturen den Kühleffekt der Farbe nicht nur kannten, sonden - erfolgreich - nutzten.

 

Effekt gering: Wissenschaftler zweifeln am Erfolg der weißen Straßen

 

Wissenschaftler des National Center for Atmospheric Research, so schreibt der Spiegel, zeigten allerdings auch, dass weiße Straßen die globale Erwärmung kaum bremsen. Den Effekt berechneten die experten mit lediglichminus 0,4 Grad. Allerdings berücksichtigten sie bei ihren Berechnungen nur die Dächer. Die bedecken etwa 40 Prozent der urbanen Flächen. Straßen und Fußwege kommen zusätzlich auf etwa 15 Prozent,schreibt das Magazin zu den Erfolgsaussichten des Versuchs in den USA.


pit

 

 

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