Moos entdeckt Schadstoffe in der Luft

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Starzy Springer

Moos als Bioindikator für die Qualität der Atemluft: Laut einer japanischen Studie lassen sich Moose als günstige und verlässliche Zeichen für die Güte und Sauberkeit der Luft in Städten nutzen.

Der Biologe Yoshitaka Oishi von der Fukui Prefectural University in der Nähe von Tokio untersuchte gemeinsam mit Kollegen 50 verschiedene Moosarten, die in zahlreichen Städten der Erde gedeihen. Die These des Wissenschaftlers: "Die Gewächse geben verlässlich über Schadstoffe in der Atemluft oder den Trockenstress, dem sie ausgesetzt sind, Auskunft." Da Moos nahezu ubiquitär wächst, entwickeln Professor Oishi und sein Team aufgrund ihrer Daten verallgemeinerbare Regeln, nach denen Moos als günstiges und zuverlässiges Messinstrument für die Luftgüte verlässliche Aussagen liefert.

 

Luftreinhaltung: Moos als guter und günstiger Bioindikator

 

Die Beobachtung der Form, der Dichte oder aber ein Verschwinden der Moose ist für die Experten inzwischen eine leicht zu nutzende Messmethode. Ihr Arbeit haben sie im Fachblatt Landscape and Urban Planning publiziert. Darüber berichtet die britische Zeitung The Guardian. Oishi und Kollegen beschreiben darin ihre Aufzeichnungen auf einer 3 Quadratkilometer großen Fläche in Hachioji City nordlich der japanischen Hauptstadt. Sie stellten dabei fest, dass und wie sensibel Moose auf Veränderungen des Schadstoffgehalts - etwa der Stickoxidbelastung - in der Luft reagieren.

Da laut Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 88 Prozent der Stadtbewohner auf dem Planeten jedes Jahr mehrfach Schadstoffkonzentrationen ausgesetzt sind, die zulässige Höchstwerte der UN-Mediziner übersteigen, sei eine solch günstige und dennoch treffende Kontrollmethode wie die Moos-Beobachtung hilfreich, betonen die japanischen Wissenschaftler.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Feinstaub bleibt Sorgenkind und macht krank

Deutsche Luft verbesserungswürdig

Reizend: Mann im Mond hat ein Feinstaubproblem


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Grafik: DoD (gemeinfrei)

Alamierende US-Atomwaffendoktrin 2018

Die Trump-Administration setzt auf Aufrüstung und gesteigerte Abschreckungsrhetorik. Das geht aus...


Foto: Chris Jordan (CC BY 2.0)

China will unseren Müll nicht mehr entsorgen

Millionen Tonnen Plastikmüll haben seit einigen Tagen keinen Abnehmer mehr, denn China nimmt ihn...


Oslo Foto. Pixabay CC/PublicDomain/Daniel Sebastian

Norwegen: 52 Prozent E-Autos unter Neuwagen

Gute Nachrichten aus dem Norden: Mit 52 Prozent übernahmen Elektroautos in Norwegen im Dezember...


Neu im global° blog

Grafik: DoD (gemeinfrei)

Alamierende US-Atomwaffendoktrin 2018

Die Trump-Administration setzt auf Aufrüstung und gesteigerte Abschreckungsrhetorik. Das geht aus...


Foto: hpgruesen / Pixabay CC0

Gast-Kommentar: Die Glyphosatkontroverse

Am 27. November 2017 beschloss ein Berufungskomitee der EU, den Herbizidwirkstoff Glyphosat für...


Foto: UN-Photo/Mark Garten

UN-Generalsekretär: Alarmstufe rot für die Welt

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, hat in seiner Neujahrsansprache die...


Folgen Sie uns: