PIK-Studie: 2100 ist die Erde vier Grad heißer

Foto: flickr/WWF Deutschland

Vier statt nur zwei Grad Celsius: Die Prognose zum Anstieg der Temperatur auf der Erde bis Ende des Jahrhunderts gab das Potsdam Instituts für Klimaforschung (PIK) jetzt in einem Bericht an die Weltbank ab. Die Wissenschaftler befürchten daher „Risiken außerhalb der Erfahrung unserer Zivilisation“.

„Die planetarische Maschinerie neigt zu Bocksprüngen, also unverhältnismäßigen Reaktionen auf Störungen, wie sie der menschengemachte Treibhauseffekt mit sich bringt”, betont dazu PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. „Wenn wir uns weit über die Zwei-Grad-Linie hinauswagen, also in Richtung vier Grad, laufen wir Gefahr, Kipp-Punkte im Erdsystem zu überschreiten.“

 

Alle bisher bekannten Klima-Szenarien werden übertroffen

 

Der Rat des Wissenschaftlers ist deutlich: „Der einzige Weg, dies zu vermeiden, ist ein Bruch mit den vom Zeitalter fossiler Brennstoffe geprägten Mustern von Produktion und Konsum.“

Alle bislang bekannten katastrophalen Auswirkungen des immer heißer werdenden Erdklimas wären bei einer Vier-Grad-Erwärmung übertroffen. „In den Tropen könnten Ende des Jahrhunderts die kühlsten Monate deutlich wärmer sein als die heißesten Monate der Gegenwart“, heißt es in dem Report an die Weltbank. Weiter: Der kilometerdicke Eisschild Grönlands könnte bald schon unwiederbringlich abtauen, der Meeresspiegel kann bei 4 Grad globaler Erwärmung in diesem Jahrhundert 50 bis 100 Zentimeter steigen.

Die Reaktion des neuen Chef der Weltbank, Jim Yong Kim ist ebenso klar wie Schellnhubers Warnung vor dem Szenario: „Eine vier Grad wärmere Welt kann und muss vermieden werden.“ Kim ist sich sicher, dass „Untätigkeit gegenüber dem Klimawandel“ die Welt zu einer ganz anderen mache als jene, in der wir heute leben.

Er zieht die Konsequenz: „Wir müssen die moralische Verantwortung dafür übernehmen, im Namen kommender Generationen zu handeln, besonders für die Ärmsten.“

 

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