Pumpspeicherwerke für Ökostrom unter Tage

Foto.Pixabay CC/PublicDomain/Herbert2512

Energiespeicher bringen neues Leben in verlassene Kohleschächte: Deutsche und US-Minenbetreiber wollen mit alten Bergwerken ein Problem der erneuerbaren Energien lösen helfen. Ihre Kohlegruben könnten als Pumpspeicherkraftwerke aus überschüssiger Solar- und Windpower in windstillen und trüben Zeiten dennoch für verlässliche Energiequellen dienen.

Die Idee ist simpel. In die Bergwerke, in denen die Kumpel ihre letzte Schicht im Schacht bereits absolvierten, könnten Wasserrohre immer dann, wenn genügend - günstiger - Ökostrom aus Wind- und Sonnenkraftwerken zur Verfügung steht, eingebaut werden. Dadurch heben Pumpen das Wasser aus der Tiefe dann in ein höher gelegenes Reservoir.

 

Bergwerke als Ökostromspeicher: die Vorteile

 

Brauchen die Abnehmer dann mehr Strom - oder lässt sich wegen Flaute oder bei trüben Wetter oder nachts kein Wind- oder Solarstrom produzieren - kann das Wasser einfach wieder in die Tiefe stürzen und dabei in Turbinen Strom aus der Wasserkraft erzeugen.

Um diese Speicherung des Ökostroms auch wirtschaftlich darstell- und finanzierbar zu machen, denkte etwa der Gouverneur des US-Bundesstaats Virginia schon darüber nach, den Strompreis anzuheben. Das würde die Energie aus den Pumpwerken konkurrenzfähig machen, schreib Grist.org über die Idee.

Ihre Vorteile bescheibt etwa die Badische Zeitung: "Der Vorteil eines Kohlebergwerkes ist zum einen der Höhenunterschied, denn vor allem manche Steinkohleflöze liegen 1000 und mehr Meter unter der Erdoberfläche. Zweitens sind die Schächte bereits vorhanden. Das senkrechte Fallrohr zum Beispiel lässt sich gut dort einbauen, wo ursprünglich die Kumpel eingefahren sind und die Kohle nach oben geholt wurde." Am Stollenfuß müssen Kumpel also nur noch ein See anlegen - schon ist der perfekte Ökostromspeicher fertig.

Windenergie ließe sich zuudem zusätzlich nutzen: Sobald Wasser in die Tiefe stüzt, verdrängt es die Luft im Bergwerk. Die könnte dann Rotoren wirbeln lassen.

Nächster Pluspunkt alter Kohlschächte gegenüber Stauseen in den Bergen ist deren mitunter enormer Höhenunterschied. Während in den Bergen oft "nur" Höhen von 400 bis600Meter genutzt werden, reichen die Schächte oft bis zu 1.000 Meter tief. Selbst die FLächen für die Generatoren wären unter Tage reichlich vorhanden - und das ohne über Tage mit dem Naturschutz uzu kollidieren.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Ende der fetten Kohl-Jahre in Sicht

Erneuerbare lösen Kohle und atom ab

Exaktes gegenteil von Energiewende


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto: ESA

Antarktis: Wieder großer Eisberg abgebrochen

Satellitenaufnahmen der ESA aus der Antarktis zeigen, dass vom Pine Island Gletscher ein Eisberg...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/M.Lindner

Herbstspaziergang im Wald: eine Entdeckertour

Der Herbstspaziergang durch den Wald wird in diesen Tagen zur echten Entdeckungstour: Eine...


Filmplakat

Kino-Tipp: DAS SYSTEM MILCH

Auf fast jeder Milchpackung prangt das Bild glücklicher Kühe, doch die Wirklichkeit sieht schon...


Neu im global° blog

Foto: Johnny Chen / Unsplash.com

Flucht: Klimawandel und Land Grabbing als Asyl-Grund

Bis zum Jahr 2050 könnten bis zu 200 Millionen Menschen zu heimatlosen Klimaflüchtlingen werden....


Foto: rightlivelihoodaward.org

Alternative Nobelpreise 2017 vergeben

Die diesjährigen Preisträger des Right Livelihood Award am wurden 26. September durch Ole von...


Filmplakat

Kino-Tipp: DAS SYSTEM MILCH

Auf fast jeder Milchpackung prangt das Bild glücklicher Kühe, doch die Wirklichkeit sieht schon...


Folgen Sie uns: