Smog Free Tower: Weltgrößter Luft-Staubsauger

Foto: Studio Roosegaarde

Größter Luftreiniger der Welt: Der niederländische Designer Daan Roosegaarde will mit seinem Smog Free Tower die Atemluft in Rotterdam vom Feinstaub befreien. Der 7 Meter hohe Stahlkoloss säubert pro Stunde etwa 30.000 Kubikmeter Luft von kleinsten Partikeln, die Menschen sonst einatmen könnten und bläst die reine Luft in die Umgebung.

Daans Smog Free Project steht an der Vierhavensstraat der holländischen Hafenstadt in einem kleinen Park zwischen alten Industriebauten und Bürohochhäusern. Der Luftreiniger erzeugt seine 1.400 Watt-Betriebsenergie mit einem kleinen Windrad an der Spitze.

 

Inonisierte Partikel aus Atemluft gefiltert

 

Die Grundidee stammt von Bob Ursem. Er ist Nanopartikel-Spezialist an der nahen TU Delft. Das Prinzip des Luftturms: Er saugt Luft aus der Umgebung über einen Ventilator ein und ionisiert diese im Inneren. Die dann positiv geladenen Schmutzpartikelchen fängt eine Elektrode ein und bindet sie fest. Der Tower kann anschließend die gereinigte Luft wieder ins Freie blasen.

Roosegaarde hat Großes vor mit seinem Smog Free Tower. Nach dem aktuellen Testbetrieb in Rotterdam, wandert der Turm nach China. Dort soll er helfen, die Luft in chinesischen Metropolen wieder sauberer und damit ungefährlicher zu machen. Denn immerhin, so schätzen Gesundheitsexperten, sterben derzeit jedes Jahr mehr Menschen an dicker Luft als an Krankheiten wie Aids und Malaria zusammen.

 

Gag für saubere Luft in Städten:Ring aus Smog-Partikeln

 

Foto: Studio Roosegaarde

Designer Roosegaarde startete daher ein Projekt. Seine Ziele sind hoch gesteckt. Er will die Großstädte vor allem in den Brics-Ländern vom Smog befreien. Seine Test stimmen hoffnungsfroh. Umgebungsluft konnte der Turm laut Bob Ursem schon zu 60 Prozent reinigen. Bei Versuchen in Räumen war der Erfolg noch größer. „In einem Parkhaus erzielten wir eine Reinigungsleistung von 70 Prozent“, sagt der Wissenschaftler.

Als Marketing-Gag hat sich Designer Roosegaarde Besonderes einfallen lassen. Er presst die ausgefilterten Schmutzpartikel und fasst sie als „Stein“ in einen Ring ein. Insgeheim allerdings hofft er, dass „wir den Smog Free Tower in zehn Jahren nicht mehr brauchen, weil wir endlich wieder reine Luft atmen.“


pit

 

 

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