Solar-Kunden fördern Ausstieg aus Braunkohle

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Der Ausbau erneuerbarer Energien biete ausreichendes Potenzial, um „die Braunkohlearbeitsplätze in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen vollständig zu ersetzen“. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). Auftraggeber: Greenpeace Energy.

Als Konsequenz dieses studienergebnisses und „um den aus Klimaschutzgründen unausweichlichen Braunkohle-Ausstieg voranzutreiben und möglichst sozialverträglich zu gestalten“, bietet der Ökoenergieanbieter daher nun einen neuen Stromtarif an: „Mit 'Solarstrom plus' haben Menschen in ganz Deutschland jetzt erstmals die Möglichkeit, sich direkt für das Ende der Braunkohle und zukunftsfähige Jobs in der Lausitz, dem Rheinischen und dem Mitteldeutschen Revier zu engagieren“, begründet das Unternehmen seinen neuen Stromtarif. Wer ihn nutze finanziere durch einen im Strompreis enthaltenen Förderbetrag den Bau neuer Photovoltaikanlagen.

 

Neuer Tarif stützt Umbau heutiger Tagebaureviere

 

In diesen Regionen müssten, so argumentieren die Ökostromanbieter, grüne Jobs Arbeitsplätze in der Braunkohleförderung und -verstromung ersetzen. Wenn ihre Kunden zugleich Solarstrom aus konkreten PV-Anlagen abnähmen, mit denen Greenpeace Energy kooperiere, dann „ profitieren die Regionen doppelt vom Engagement der Kunden“.

„Deutschland muss bis spätestens 2030 vollständig aus der Braunkohle aussteigen, sonst sind unsere Klimaziele nicht zu erreichen. Die Bundesregierung und die Landesregierungen packen den längst überfälligen Strukturwandel in den Tagebauregionen aber nicht an“, sagt dazu Nils Müller. Er ist Vorstand von Greenpeace Energy. „Wir haben 13 Jahre für den Ausstieg geartet. Er muss also jetzt beginnen. Wir wollen nicht mehr länger auf die Politik warten und starten deshalb unseren neuen Tarif.“

Wer nicht in den Braunkohlegebieten lebe, begründet das Unternehmen seine Initiative, habe bislang kaum eine Möglichkeit, „sich direkt für den Ausstieg aus der Braunkohle einzusetzen“.

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Das will Greenpeace Energy mit der Initiative und dem neuen Stromtarif ändern. „Es ist ein völlig neues Stromangebot. Denn es erzielt eine spürbare Wirkung für den Ausbau der Erneuerbaren genau dort, wo die Braunkohlejobs verloren gehen“, sagt Müller. „So wollen wir dazu beitragen, dass die Menschen in diesen Regionen eine Perspektive für die Zeit nach der Braunkohle haben. Sonst wird der Strukturwandel nicht gelingen.“

Wie das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) berechnet hat, geht es dabei um den Ersatz für 3.900 Braunkohlearbeitsplätze im Lausitzer Revier (Brandenburg und Sachsen) und 4.500 Jobs im Rheinischen Revier, die es dort im Jahr 2030 bei einer Fortsetzung der Braunkohleverstromung noch geben würde. Diese Arbeitsplätze können laut IÖW-Studie in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen alleine durch den Ausbau der Wind- und der Solarenergie vollständig ersetzt werden. Das haben die Berliner Forscher um Bernd Hirschl berechnet - die notwendigen Potenziale dafür seien vorhanden, betont der Ökostromanbieter.

 

Neue Arbeitsplätze und bessere Wertschöpfung

 

Zudem habe das Institut in seiner Studie „Mehrwert einer regionalen Energiewende im Lausitzer und im Rheinischen Revier“ untersucht, wie hoch die Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzeffekte durch den Ausbau von Wind- und Solarenergie direkt in den Tagebaurevieren ausfallen. „Es macht einen großen Unterschied, wie man diesen Ausbau angeht“, sagt Bernd Hirschl. Seine Begründung: „Wenn er durch regional verwurzelte Akteure und im Bürgerenergie-Rahmen vorangetrieben wird, entstehen durch den Ausbau von Windenergie und Photovoltaik besonders viele Arbeitsplätze vor Ort.“ Auch die regionale Wertschöpfung liege dann höher, zum Beispiel durch dort anfallende Steuereinnahmen und durch die Stärkung der lokalen Wirtschaft aufgrund dort gezahlter Gehälter.

Auf genau diese Effekte ziele der neue Solarstrom-Tarif durch die Kooperation mit lokalen Partnern ab.


red

 

 

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