Sonnenstrom: Einfach in die Steckdose!

Screenshot: Solarheld

Plug & Play Solarstrom-Anlagen: Sie sollen die Energiewende demokratisieren und den Umstieg auf erneuerbare Energiequellen für wirklich jeden Menschen möglich machen. Klein und überall einsetzbar – auf dem Balkon oder am Fenster – liefern die Module sauberen Sonnenstrom. Mit dem Stecker wird der ins normale Netz eingespeist. Für die einen klingt das revolutionär, für die anderen ist es eher illegal und gefährlich.

Was ist dran an den Do-it-yourself-Kraftwerken. global° sprach mit Christoph Körner vom Anbieter Solarheld.

 

Solarpower für den „Hausgebrauch“: Kann mit Ihrem Panel tatsächlich jedermann und selbst Solarstrom erzeugen?

Christoph Körner: Ja, das ist sehr einfach. Alles was man braucht ist ein sonniges Plätzchen und etwa 1,5 Quadratmeter Platz. Der Solarheld kann sehr flexibel montiert werden, so zum Beispiel an einer Wand, dem Balkon oder auf der Garage.

 

Braucht das nicht viel komplizierte Technik?

Wir liefern eine Komplettanlage zusammen mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung, das ist nicht schwieriger als ein kleines Möbelstück zu montieren.

 

Macht das auch Sinn: Wie viel Leistung schafft solch eine Anlage und was kann ich z. B. damit betreiben?

 

Christoph Körner Foto: Solarheld

Das macht sogar sehr viel Sinn. Schon die kleine Solarheld-Anlage mit zwei Solarmodulen produziert jährlich etwa 240 Kilowattstunden (kWh), das entspricht etwa 20 Prozent des Jahresverbrauchs einer Person. Dabei ist man gerade nicht festgelegt, welche Geräte man betreibt. Ob man Fernseher, Laptop oder Kühlschrank betreibt, der Anwender merkt gar keinen Unterschied, außer auf der reduzierten Stromrechnung.

 

Wie funktioniert das technisch?

Die Anlagen produzieren Strom nach dem gleichen Prinzip wie die „großen“ Photovoltaikanlagen. Der im Lieferumfang enthaltene Wechselrichter macht aus dem in den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom Wechselstrom mit 220 Volt Spannung. Bis auf die deutlich niedrigere Investitionssumme besteht kein Unterschied.

 

Rechnet sich das auch?

Das rechnet sich sehr gut, da schon bei den heutigen Strompreisen eine jährliche Ersparnis von rund 70 Euro realisiert wird. Eine bessere Investition findet man derzeit wohl kaum. Und die Strompreise in Deutschland werden in den nächsten Jahren sicher weiter steigen.

 

Ist das in Deutschland erlaubt?

Der Solarheld erfüllt alle technischen Vorgaben. Allerdings lehnen die meisten Netzbetreiber den Anschluss per Stecker ab und verlangen den Festanschluss durch einen Elektriker. Das lässt sich mit dem Solarheld selbstverständlich machen, es erzeugt allerdings Extrakosten für den Einsatz des Elektrikers. Wir kämpfen aber dafür, dass auch der Anschluss per Stecker möglich wird. Das ist so einfach, dass dann wirklich jeder Haushalt einen Teil seines Stroms selbst erzeugen wird.

 

Was sagen Sie zu den Warnungen vor Brandgefahren durch solche Anlagen?

Das ist eine durchsichtige Strategie, angebliche Sicherheitsrisiken als Grund gegen die Kleinanlagen anzuführen. So wollen sich die Netzbetreiber vor Mindereinnahmen schützen. Es ist unstrittig, dass bei Kleinanlagen bis 600 Watt Leistung keine Gefahren bestehen. Daher sind bis zu dieser Grenze solche Anlagen auch in vielen anderen Ländern erlaubt. Der Solarheld liegt deutlich innerhalb dieser Grenze.

 

Wozu brauchen wir dann noch Energieversorger, werden diese Unternehmen nicht überflüssig?

Nein, überflüssig werden sie sicher nicht. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn sie nicht sinnvollen Konzepten für die dezentrale Energieversorgung im Weg stehen würden. Wenn jeder Haushalt einen Teil seines Stroms selber produzieren würde, könnten Leitungen eingespart werden. Der Trend zur zunehmenden Eigenversorgung ist nicht mehr aufzuhalten.


pit

 

 

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