Steigender Meeresspiegel bedroht Asiens Megacities

Foto: Flickr / roba66

Bericht warnt vor Gefahren durch Überschwemmungen und Luftverschmutzung in asiatischen Städten. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat in Bangkok ihren Jahresbericht zur Entwicklung von 48 Ländern in der Region Asien und Pazifik vorgestellt. Ein besonderes Kapitel galt in diesem Jahr der schnellen Verstädterung und der mangelnden ökologischen Nachhaltigkeit in asiatischen Metropolen.

In ihrem Bericht warnt die ADB vor den großen ökologischen Herausforderungen, die während der nächsten Jahre auf asiatische Städte zukommen werden. Das rasante Wachstum vieler asiatischer Metropolen hat in den vergangenen Jahren zu einer hohen Bevölkerungsdichte und großen infrastrukturellen und ökologischen Problemen geführt. Als besonders gravierend stuft die ADB für viele Küstenmetropolen die Gefahr durch Überschwemmungen als Folge eines steigenden Meeresspiegels ein. Die bisherigen verheerenden Überschwemmungen der philippinischen Hauptstadt Manila Anfang August, in Peking im Juli oder in Bangkok wären so erst der Anfang einer wachsenden Anfälligkeit asiatischer Küstenmetropolen für derartige Naturkatastrophen.

 

Wachsende Bevölkerungszahlen und zunehmende Probleme

 

Die Experten gehen außerdem davon aus, dass die Bevölkerung in den Megacities auch in den nächsten Jahren noch stark zunehmen wird. So rechnet die Asiatische Entwicklungsbank damit, dass die Bevölkerung in den betreffenden Städten in den nächsten zehn Jahren auf etwa 400 Millionen Menschen ansteigen wird, die dann direkt durch die Überschwemmungen bedroht wären. In den nächsten 30 Jahren könnten sogar mehr als 1,1 Milliarden Menschen in asiatische Städte ziehen, von denen viele in Küstennähe liegen. Die Zahl der gefährdeten Menschen würde so weiter ansteigen.

Als weitere Bedrohung nennt die ADB in ihrem Bericht die starke Luftverschmutzung in den Megacities. Viele Städte in Asien zählen zu jenen mit der höchsten Luftverschmutzung weltweit. Schon heute kostet die hohe Feinstaub-Belastung zahlreiche Menschen das Leben.

Fortgeführt wird die Liste der erschreckenden Lebens- und Umweltbedingungen in asiatischen Megacities mit einer hohen Umweltverschmutzung, riesigen Abfallbergen, einer mangelhaften Infrastruktur, einem hohen wirtschaftlichen und sozialen Ungleichgewicht, wachsender Elendsviertel und steigender Kriminalität.

 

Mahnung an politische Entscheidungsträger

 

„Das rasante Wachstum der städtischen Bevölkerung hat die Umwelt stark belastet“, wird Chefökonoom Changyong Rhee in der Zeit zitiert. Die Politik stünde nun vor der Herausforderung, eine grünere und nachhaltigere Entwicklung der asiatischen Megacities zu fördern, um den bestehenden Trend umzukehren.

 

Lesen Sie auch:

Klimawandel: Indonesiern geht Trinkwasser aus

Chinas Bauboom


Der Artikel hat Ihnen gefallen?
Sie können für global° spenden!
Flattr this

Most Wanted

Foto. DHL

Post geht ab: Elektroscooter verdoppelt Produktion

Gewinner des Dieselskandals: die Post Während die gesamte deutsche Automobilbranche mit den Folgen...


Filmplakat

"Immer noch eine unbequeme Wahrheit"

Ein Jahrzehnt nach dem Oscar®-prämierten Vorgänger „Eine unbequeme Wahrheit“ zeigt Al Gore,...


Foto: Bettina A. Müller / Facebook

Tiny Houses: Einfach leben mit Bettina Müller

Der Film des Bayerischen Rundfunks erzählt die Geschichte von Bettina Müller und ihrer Tiny-Houses....


Neu im global° blog

Cover Verlag

Buchtipp: "Imperiale Lebensweise"

Zur Ausbeutung von Mensch und Natur in Zeiten des globalen Kapitalismus. Haben wir die Zeiten des...


Filmplakat

"Immer noch eine unbequeme Wahrheit"

Ein Jahrzehnt nach dem Oscar®-prämierten Vorgänger „Eine unbequeme Wahrheit“ zeigt Al Gore,...


BGE – eine radikale Steuerreform

Laut dem gerade veröffentlichten Sozialbericht 2017, hat Deutschland trotz niedriger...


Folgen Sie uns: