Strom sparen allein reicht nicht für Energiewende

Foto: flickr/freeeytv

Nachholbedarf bei der Energiewende: Die Berater der Bundesregierung bei der Neuordnung der Energieversorgung in Deutschland sind skeptisch. Ohne zusätzliche Anstrengungen sehen sie das Ziel für 2020 wackeln. Währenddessen hilft alles Stromsparen den Deutsachen ohnehin nicht wirklich: Sie kaufen immer mehr – oder: zu viele - elektrische Geräte. Das lässt den erzielten Spareffekt gleich wieder verpuffen.

Der erste Monitoring-Bericht der Energie-Regierungsberater, der jetzt erstmals auf dem Tisch liegt, zieht ein nüchternes Fazit: „Um das Ziel der Bundesregierung, die Energieproduktivität bis zum Jahr 2020 jährlich um 2,1 Prozent zu erhöhen, zu erreichen, ist eine geringfügige Verstärkung des laufenden Trends erforderlich“, zitieren Agenturen aus dem Papier. Die Spezialisten fordern, das Verhältnis von Nutzen zur eingesetzten Energie (Eigenproduktivität) „um bis zu 2,6 Prozent pro Jahr“ zu steigern.

Das Ziel ist festgeschrieben: 20 Prozent weniger Verbrauch bis 2020. Der grund leuchtet ein: Mehr Effizienz bedeutet weniger neue Windparks und Kraftwerke, weniger Netze, weniger Verbrauch und damit insgesamt viel weniger Kosten.

 

 

Foto: ap/Petra Bork

Spareffekt durch mehr Elektrogeräte wieder ausgeglichen

 

Da sind die Menschen in Deutschland durchaus auf dem richtigen Weg. Laut Statistischem Bundesamt senkenten die Verbraucher 2011 den privaten Energieverbrauch bereinigt um Temperaturschwankungen um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Zwischen

2005 und 2011 ging der Verbrauch von Haushaltsenergie nach den Berechnungen der Statistiker um insgesamt 10,3 Prozent zurück, im Vergleich zu 2000 sogar um 17,7 Prozent“, zitiert die Agentur dpa das Amt. Den größten Anteil an der eingesparten Energie hatte dabei Mineralöl. Von 2005 bis 2011 verringerte sich der Mineralölverbrauch in privaten Haushalten demnach um über ein Viertel (25,5 Prozent), allein

2011 verbrauchten die Bundesbürger 5,1 Prozent weniger Mineralöl als im Vorjahr.

Ein Grund könnten die explodierten Heizölpreise sein. Sie waren 2011 um fast ein Viertel angezogen.

Erdgas verbrauchten die Deutschen im selben Zeitraum knapp ein Fünftel weniger. Der Stromverbrauch stagniert. Zugelegt hat dagegen die Nutzung von Brennholz und Pellets. Der Anteil kletterte um über 37 Prozent.

Allerdings: Während in den Haushalten 2011 der Anteil der Heizenergie gegenüber 2005 um über 23 Prozent sank, schnellte der Stromverbrauch für elektronische Geräte vor allem für Kommunikation und Unterhaltung in die Höhe – und das, obwohl die einzelnen Gerätegenerationen immer Strom sparender werden.

 

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