Untergehende Küsten

Foto: UH

Der Klimawandel bedroht Küstenregionen weit mehr, wie bislang gedacht. Der steigende Meeresspiegel bewirkt ein Ansteigen des Grundwassers in Küstenregionen. Bis jetzt beachtete die Wissenschaft nur den steigenden Meeresspiegel. Doch das ebenfalls steigende Grundwasser bedroht die Küstenregionen zusätzlich.

 

Forscher an der University of Hawaii in Honolulu untersuchten in einer Studie inwiefern der Anstieg des Meeresspiegels den Grundwasserspiegel beeinflusst. Sie kamen zu erschreckenden Ergebnissen.

 

Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird der Klimawandel den Meeresspiegel um einen Meter ansteigen lassen. Die Forscher in Honolulu erkannten, dass diese Veränderung auch das Grundwasser in Küstenregionen ansteigen lässt. Das nach oben gedrückte Grundwasser bringt neue Feuchtgebiete und überschwemmt tiefer liegende Küstengebiete.

 

200 Millionen Menschen sind gefährdet

 

Kolja Rotzoli und Charles Fletcher von der Universität auf Hawaii berichten: „Schätzungen haben ergeben, dass mehr als 20 Millionen Menschen unter dem normalen Hochwasser-Spiegel leben und mehr als 200 Millionen Menschen durch Überschwemmungen bei extremen Hochwässerständen gefährdet sind.“

 

Auch Honolulu, die Hauptstadt von Hawaii kann erhebliche Probleme durch die Erderwärmung bekommen. Die Kanalisation wird nicht mehr richtig funktionieren, das Regenwasser wird nicht mehr abfließen. Fletcher und Rotzoli schreiben in ihrer Studie von „Brackwassertümpeln“ , die sich auf den Straßen bilden könnten. Zudem kann Salzwasser in die Leitungen dringen. Dies beeinträchtigt nicht nur Verkehr und Handel, sondern auch die hygienischen Umstände.

 

Die Studie zeigt, dass der Anstieg des Meeresspiegels bis zum Jahre 2100 zehn Prozent des dicht besiedelten Küstenstreifens um Honolulu unter Wasser setzen wird. Die Hälfte des verhängnisvollen Wassers kommt dabei nicht aus dem Meer, sondern aus dem Grundwasser.

Dieser Prozess wird sich in den nächsten Jahrzehnten immer wieder in kleineren Überschwemmungen zeigen und bis zum Jahr 2100 steigern. Letztlich werden 58 Prozent der hawaiischen Küste nicht durch das kommende Meer untergehen, sondern durch Grundwasser.

 

Die Forscher aus Honolulu raten zu frühzeitigen Schutzmaßnahmen.

 

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