Welt versinkt schneller im Meer als angenommen

Strumflutdenkmal in Holland Foto: Wikimedia CC/GNU 1.2/RoswihaC

Schneller, höher: Die Rede ist - leider - nicht von olympischen Siegen. Wissenschaftler um den US-Geophysiker Steve Nerem von der University of Colorado in Boulder berechneten jetzt, dass der Meeresspiegel weltweit viel rascher ansteigt als bislang angenommen. "Bis zum Jahr 2100 sogar um mehr als das Doppelte", zitiert die Zeit die Studie.

In der neuen Ausgabe der Proceedings of the National Academie of science (PNAS) beschreiben die Wissenschaftler ihre neuen Erkenntnisse. "Seit 1993 stieg der Meeresspiegel weltweit um durchschnittlich drei Millimeter pro Jahr. In dieser Studie konnten die Forscher messen, dass sich dieser durchschnittliche Anstieg jedes Jahr um 0,08 Millimeter beschleunigt", zitiert die Wochenzeitung aus der wissenschaftlichen Arbeit. Solche Ergebnisse bezeichnet etwa die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum als "erschreckend". Die wissenschaftler bestätigten damit "die schlimmsten Erwartungen".

 

Klimawandel: Meeresspiegel steigt exponentiell an

 

Dieser Prognose zufolge könne der Anstieg im Jahr 2100 schon bei etwa zehn Millimetern pro Jahr liegen. "Der durchschnittliche Pegel läge dann an den Küsten um 65 Zentimeter höher als im Jahr 2005", schreibt die Zeit und lässt Nerem kommentieren: "Das ist mit ziemlicher Sicherheit eine vorsichtige Schätzung." Das Magazin Spiegel beruft sich auf den 5. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC): Der prognostiziert "Pegel zwischen 28 und 98 Zentimetern bis zum Jahr 2100". Davon betroffen sind viele küstennahe Megacities.

Während die Wissenschaft bislang davon ausging, dass sich der Trend der zurückliegenden Jahre auch in der Zunft verlängern lasse, glaubt der US- Geophysiker: "Angesichts der großen Veränderungen, die wir heute in den Eisschilden sehen, ist das unwahrscheinlich."

Für seine Berechnungen nutzte der Wissenschaftler Satellitendaten. Es handele sich um die längste bisher vorhandene Messreihe, die mit dem Start des Erdbeobachtungssatelliten "Topex/Poseidon" (August 1992) beginnt und mit den drei Jason-Satelliten fortgesetzt wurde, beschreib die Zeitung Nerems Studie. Deren Ergebnis weist eine exponentielle Kurve mit stets zunehmenden Anstiegsraten aus. Das führt der US-Wissenschaftler unter anderem auf das Abschmelzen der polaren Eiskappen und die Ausdehnung des Wassers bei ansteigenden temperaturen zurück.

Aucxh Ingo Sasgen vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven halte die Studie für "sehr glaubhaft", zitiert ihn die Zeitung.


pit

 

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