Weniger Feinstaub beim Heizen

Foto: Wikimedia CC 3.0/H. Raab

Im Sommer schlecht vorstellbar - der Winter aber kommt: Und dann müssen wir wir heizen. Das verschmutzt die Luft. Wissenschaftler am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft (IUE) der Technischen Universität Hamburg (TUHH) entwickleten daher jetzt ein Verfahren, das die Feinstaubemissionen beim Verbrennen von Holz-Pellets um die Hälfte senkt.

Holzpellets sind kleine Stäbchen aus verdichtetem Sägemehl. Sie lösen als nachwachsender Rohstoff in den zurückliegenden Jahren immer häufiger Öl im Brenner ab. "Dieser biogene Festbrennstoff weist im Gegensatz zur Verbrennung von Erdgas oder Erdöl vergleichsweise hohe Feinstaubemissionen auf", beschreiben die Hamburger Forscher das Problem, für das sie jetzt der Lösung ein stück näher rücken.

 

Kostengünstige Feinstaub-Reduzierung bei Pelletheizungen

 

"Durch das Zumischung des Minerals Kaolinit bei der Herstellung der Pellets verringern sich diese Feinstaubemissionen bei der späteren Verbrennung um knapp 50 Prozent", verkünden sie.

„Noch nie kamen Forscherinnen und Forscher auf dem Gebiet auf eine derartig hohe Zahl“, sagt Doktorandin Theresa Hülsmann, die das Projekt am Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft betreut. „Dass die Ergebnisse so positiv ausfallen, hat uns selbst überrascht. Kein Additiv hat sich bisher als so effektiv herausgestellt wie Kaolinit.“

„Die Maßnahme ist kostengünstig und leicht umzusetzen“, sagt Martin Kaltschmitt. Er leitet dss TUHH-Institut. „Bestätigen sich diese Ergebnisse auch in Feuerungsanalagen mit anderen Verbrennungstechniken, könnte eine derartige Additivierung der Holzpellets in den europäischen Brennstoffnormen festgeschrieben und dadurch merklich zu einer umweltfreundlicheren Biomasseverbrennung beigetragen werden.“

Die CO2-neutrale und auch ökonomisch attraktive Form der Wärmebereitstellung durch die Verbrennung von Holzpellets hat stark zugenommen. Das Ausgangsmaterial für derartige Pellets, die primär aus Sägewerksrückständen hergestellt werden, ist jedoch begrenzt. Um das Spektrum von Biobrennstoffen zu erweitern, arbeitet Theresa Hülsmann im weiteren Verlauf ihrer Arbeit daher an „Mischpellets“ aus Holz und Stroh; Stroh fällt in großen Mengen an und wird bisher nur teilweise genutzt.


red

 

 

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