Windpower reicht um Deutschland zu versorgen

Foto: ap/Kellermeister

Windpower in Deutschland größer als vermutet: Nach einer neuen Studie des Umweltbundesamts (UBA) könnten Windräder auf fast 14 Prozent der Landesfläche die Kraft der Böen in Strom umwandeln. „Theoretisch“, so die Wissenschaftler des UBA ließe sich so weit mehr Energie erzeugen als bislang angenommen. „Für den Ausbau der Windenergie an Land ist mehr Platz vorhanden, als wir brauchen“, heißt es in einer Mitteilung des UBA: „Wir müssen das Potenzial nur zu einem kleinen Teil ausschöpfen, um unsere Klimaziele zu erreichen.“

Windrotoren würden gebraucht, um eine vollständige Umstellung unserer Energieerzeugung auf erneuerbare Energiequellen umzusetzen, sagen die Spezialisten des Amts in Dessau. Schon heute produzierten Windräder im Schnitt Strom zu acht Cent je Kilowattstunde. Das sei ein Preis, der nur knapp über dem von Strom aus Kohle und Gas liege. Die Fakten: Derzeit sind an Land rund 30 Gigawatt Windenergie installiert, die bereits acht Prozent des deutschen Stroms liefern.

 

13,8 Prozent der Fläche reichen für Windanlagen für die Stromerzeugung

 

Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) berechnete im Auftrag des UBA, welche Fläche in Deutschland sich prinzipiell für die Windenergienutzung eignet. Die Rechnungen ergaben: Es ließen sich theoretisch 13,8 Prozent der Landesfläche für Windenergieanlagen nutzen.

Dort könnte problemlos eine „Leistung von 1200 Gigawatt“ installiert werden, so die Forscher. „Diese Menge übersteigt bei Weitem die Leistung an Windkraft, die das UBA im Jahr 2010 zu Grunde gelegt hatte, um die Stromerzeugung zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umzustellen – zusammen mit Offshore-Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft und Geothermie. Demnach benötigt Deutschland im Jahr 2050 60 Gigawatt Windenergie an Land.

Allerdings ist das errechnete Flächenpotenzial an Annahmen geknüpft. Neben den Siedlungsbereichen wurden Nationalparke und andere Schutzgebiete, die für den Naturschutz relevant sind, ausgeschlossen. Darauf verweist das UBA in der Pressemeldung über die neue Studie. Tabu sind auch Straßen, Wasserflächen und Flughäfen.

„Nicht möglich war es, den Flächenbedarf durch Anforderungen des besonderen Artenschutzes in die Flächenmodellierung einzubeziehen“, schränken die Wissenschaftler ein: Gemeint „sind Naturschutzanforderungen für besonders gefährdete Arten, die man nicht auf konkrete Schutzgebiete beziehen kann“. Dazu gehören beispielsweise Rast- und Brutstätten bedrohter Vogelarten – auch außerhalb von Schutzgebieten.

 

Trotzdem werden alle erneuerbaren Energiequellen gebraucht

 

Um diese Aspekte einzubeziehen, seien lokale Daten nötig, die bei der Planung von Windenergieanlagen konkret berücksichtigt werden müssten. In der Realität ergäben sich vor Ort noch weitere Einschränkungen des ermittelten Potenzials. „Eine bundesweite Studie kann natürlich nicht alle wichtigen Aspekte – vor allem Akzeptanz in der Bevölkerung vor Ort oder die Wirtschaftlichkeit eines konkreten Projektes –  berücksichtigen“, sagt UBA-Chef Jochen Flasbarth. Die Genehmigung einer Windenergieanlage sei letztendlich immer eine Einzelfallentscheidung, die vor Ort zu treffen sei.

Der UBA-Präsident warnte davor, die Ergebnisse so zu interpretieren, als ob die Windenergie an Land die anderen erneuerbaren Energietechniken in den Hintergrund dränge: „Trotz des hohen Windenergiepotenzials an Land ist die Kombination mit anderen regenerativen Energiequellen, wie Photovoltaik und Windenergie auf See, wichtig und sinnvoll.“

 

 

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