Gemeinsam für Akrika: Jedes Leben zählt

Foto: GFA/Pablo Ruiz Holst

Mit einer deutschlandweiten Protestaktion "#JedesLebenzählt" macht das Bündnis Gemeinsam für Afrika symbolisch auf das Schicksal der 23.700 Menschen aufmerksam, die seit dem Jahr 2000 bei ihrer Flucht über das Mittelmeer starben. In sieben Städten legten Aktivisten insgesamt 237 Leichensäcke nieder. Damit protestiertensie gegen Europas Versagen in der Flüchtlingspolitik und forderten, die Ursachen von Flucht ernsthaft zu bekämpfen.

In Berlin, Köln, Frankfurt, Dresden, Bochum, Bielefeld und München sperrten Aktivisten von Gemeinsam für Afrika, einem Bündnis von über 20 Hilfsorganisationen unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Joachim Gauck, Plätze ab und reihten insgesamt 237 Leichensäcke auf. Ein Transparent erinnerte an Artikel 1 unseres Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Die Aktivisten mahnten die Pflicht Deutschlands an, diese zu achten und zu schützen.

Auf Informationstafeln berichteten Überlebende über ihre Flucht und davon, warum sie ihre Heimat verlassen mussten. Passanten legten Blumen nieder, zündeten Trauerkerzen in stillem Gedenken an die unzähligen Opfer an und unterstützen die Forderungen von Gemeinsam für Afrika mit ihrer Unterschrift.

 

Tod auf dem Mittelmeer mahnt zur Wahrung der Menschentechte

 

"Angesichts des tausendfachen Todes auf dem Mittelmeer wollen wir aufrütteln, den Flüchtlingen ein Gesicht geben und Fluchtgründe verständlich machen. Fast immer sind Menschenrechtsverletzungen die Ursache von Flucht. Hinter jedem Opfer steht ein Mensch mit seiner unantastbaren Würde. Die Realität zeigt aber leider, dass wir doch nicht gleich an Würde und Rechten geboren werden. Armut, Hunger, mangelnde Gesundheitsfürsorge, schlechte Bildung, Arbeitslosigkeit und Umweltzerstörung verhindern ein menschenwürdiges Leben und zwingen Menschen dazu, ihre Heimat und ihre Familie zu verlassen.", erklärte Susanne Anger, Sprecherin des Bündnisses.

In einer Petition "#JedesLebenzählt" an Bundeskanzlerin Merkel fordert Gemeinsam für Afrika eine ausreichende gemeinsame europäische Seenotmission, die nicht vorrangig dem Grenzschutz, sondern der Lebensrettung dient, und die Schaffung legaler und gefahrenfreier Wege in die EU. Zwingend notwendig seien zudem mehr langfristige und nachhaltige Programme zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Herkunftsländern der Flüchtlinge sowie die Respektierung und Wahrung der Menschenrechte von Geflüchteten - in Europa und in den Herkunftsländern.


red

 

 

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