Italien spart – am Lebensmittel-Müll

Foto: Wikimedia CC/BY SA 3.0/Förster

Italiens Politiker schieben Essens-Verschwendung einen Riegel vor: Mit nur 2 Gegenstimmen votierten jetzt 181 Senatoren in Rom für neue Regeln, die es künftig leichter machen, Lebensmittel zu verschenken und an Bedürftige abzugeben. Das soll auch verhindern, dass die Bürger im Land jährlich rund 12 Milliarden Euro umsonst für ihre Ernährung bezahlen.

Die neuen Regeln sollen auch das Image der in Italien bislang eher verschmähten „Doggy-Bags“ aufpolieren. Wer künftig im Restaurant seine Mahlzeit nicht ganz aufisst und die Reste lieber zuhause weiter verzehren möchte, kann dann nach einem „Family-Bag“ fragen, in das der Wirt die Reste der Mahlzeit packt. Die „Familien-Ration“ trägt der Gast dann heim, spart Müll und genießt zuhause weiter.

Eine breit angelegte Werbe-Kampagne soll dazu beitragen, dass der inzwischen auf jährlich über 5 Millionen Tonnen Essensreste angewachsene Müllberg deutlich schrumpft.

 

Italiens gutes Essen: viel zu schade für die Müll-Tonne

 

Italien und Essen: Das ist der Traum vieler Feinschmecker. Neben Pizza und Spaghetti bietet die Küche des Mittelmeerlands vor allem mit schmackhaftem Fisch oder frisch geerntetem Gemüse oder Salaten leckere Zutaten für famose Speisen. Dazu genießen die Italiener ihren von der Sonne verwöhnten Rebensaft. Angerichtet mit reichlich Olivenöl, soll diese „Mittelmeer-Diät“ sogar die Gesundheit beflügeln.

Nur mit den Essensresten gingen italienische Köche oder Lebensmittelhändler bislang eher sträflich nachlässig um. Was Gäste oder Käufer nicht aßen oder im Laden mitnahmen, landete allzu rasch und allzu oft in der Tonne.

Damit soll Schluss sein: Die weggeworfenen Lebensmittel beziffern in Italien immerhin etwa 1 Prozent des jährlichen Bruttosozialprodukts - und das bei einem Staatsdefizit von 135 Prozent. Die neuen regeln sollen den Lebensmittelmüll pro Jahr um wenigstens 1 Million Tonnen reduzieren.

 

Wer Lebensmittelreste verschenkt zahlt weniger Müllgebühr

 

Der Plan: Eine weniger strenge Auslegung etwa des Mindesthaltbarkeitsdatums soll es ermöglichen, dass ein Händler bald „abgelaufene“ Ware an Bedürftige verschenken kann. Das ist bislang fast nicht erlaubt. Außerdem verhindern bislang strenge Vorschriften ein spontanes Verschenken von Lebensmitteln. Solche Geschenke müssen 5 Tage im Voraus angemeldet werden. Künftig dagegen sollen Firmen, die Lebensmittel bereit stellen beim Bezahlen der Müllgebühr entlastet werden.


pit

 

 

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