Mauer der Ignoranz gegen Lebensmittelmüll

Foto: DUH

Gegen Lebensmittelverschwendung: Die Deutsche Umwelthilfe und foodsharing fordern eine verbindliche nationale Strategie zur Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030.

Die Zahlen sprechen eine traurige Sprache: Pro Jahr entstehen in Deutschland etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall. Umgerechnet heßt das: Jede Minute landen 571 kg Lebensmitteln im Müll. "Diese Verschwendung ist ein Skandal mit gravierenden Auswirkungen auf das Klima, die Umwelt und den Menschen", betonen jetzt die beiden Umwelt- und Veraucherschutz-Organisationen DUH und foodsharing. Zur Illustration bauten in den Wilmersdorfer Arcaden in der Bundeshauptstadt nun zum fünften Geburtstag von foodsharing eine „Mauer der Ignoranz“ aus geretteten Lebensmitteln.

 

Gemeinschaftsaufgabe "Lebensmittelrettung"

 

Gemeinsam fordern die beiden Vereine von der geschäftsführenden und zukünftigen Bundesregierung, die Halbierung des Lebensmittelabfalls bis 2030 gesetzlich zu regeln und eine Strategie festzulegen, dieses Ziel zu erreichen. Neben einem gesetzlichen Wegwerfstopp für genießbare und unverkaufte Lebensmittel im Handel sei auch eine verbindliche Dokumentationspflicht von Lebensmittelverlusten entlang der Wertschöpfungskette und die Festlegung branchenspezifischer Zielmarken notwendig.

„Es reicht nicht aus, das im September 2015 von der UN verabschiedete Nachhaltigkeitsziel zur Verringerung von Lebensmittelabfällen zu zitieren. Die Bilanz von Kanzlerin Angela Merkel und Agrarminister Christian Schmidt zur Lösung des Problems der Lebensmittelverschwendung ist katastrophal. Es gibt bis heute keine rechtlichen Verpflichtungen und auch keine Strategie“, erklärt Sascha Müller-Kraenner als Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die Halbierung des Lebensmittelabfalls bis 2030 muss in Deutschland verpflichtend festgelegt werden. Dazu sind verbindliche branchenspezifische Zwischenziele unverzichtbar, an die sich alle Akteure aus Landwirtschaft, Industrie und Handel halten müssen.“ Diese zentrale, gemeinsame Forderung der beiden Verbände könne sicherstellen, dass auch alle entscheidenden Akteure ihren Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen leisten.

In den fünf Jahren ihres Bestehens sammelten 32.000 ehrenamtlichen Lebensmittelretter von foodsharing tonnenweise gute Lebensmittel. Damit sensibilisierten sie die Öffentlichkeit für die Wertschätzung von Lebensmitteln. foodsharing-Vorstand Stefan Kreutzberger. „Wir haben viel erreicht, nun muss auch die Bundesregierung endlich anpacken statt abzuwarten! Uns ist bewusst, dass wir am Ende einer fehlgeleiteten Konsumkette agieren und politisches Handeln unumgänglich ist. Daher stellen wir fünf Kernforderungen an die kommende Regierung.“


red

 

 

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