Menschenrechte: Anspruch und Wirklichkeit

Foto: flickr/Iren V

Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte erhält die Europäische Union (EU) den Friedensnobelpreis, unter anderem für ihren „erfolgreichen Kampf für Menschenrechte“. Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der UN-Generalversammlung unterzeichnet.

 

In der UN-Menschenrechtscharta bekennen sich die Vereinten Nationen zu den allgemeinen Grundsätzen der Menschenrechte.

Menschenrechtsorganisationen nehmen jedes Jahr diesen Tag zum Anlass, die Menschenrechtssituation weltweit kritisch zu betrachten und auf aktuelle Brennpunkte hinzuweisen.

 

Amnesty International zieht am heutigen Tag eine gemischte Bilanz über die Vergabe des Friedensnobelpreises an die EU.

So äußert sich Wolfgang Grenz, der deutsche Generalsekretär von Amnesty International: „Die EU muss den Friedensnobelpreis als Verpflichtung für die Zukunft verstehen. Denn bisher wird sie auf dem Gebiet der Menschenrechte ihren eigenen Ansprüchen oft nicht gerecht".

Hier verweist Grenz auf die aktuelle Flüchtlingspolitik und die Diskriminierung von Roma in EU-Staaten. Amnesty International kritisiert die EU-Staaten auch für ihre Waffenlieferungen an Regierungen, die mit diesen Menschenrechtsverletzungen begehen. Dass die EU nun ein internationales Abkommen zur Waffenkontrolle unterstützt, hebt Amnesty positiv hervor.

 

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“

 

Die 30 Artikel der Menschenrechtserklärung enthalten grundlegende Ansichten über die Rechte, die jedem Menschen zustehen, „ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand“.

 

Die Menschenrechtsorganisation Survival International erklärt am heutigen Tag ihre Solidarität mit den Awá, dem bedrohtesten indigenen Volk der Welt.

Anhänger fordern in ihrer Protestaktion Brasilien dazu auf, die Awá zu retten und ihr Versprechen einzulösen, „dringliche Maßnahmen“ zu ergreifen, um illegale Eindringlinge aus dem geschützten Territorium der Awá-Indianer auszuweisen.

Survival warnt Brasiliens Regierung: “Wenn die Invasion und Zerstörung jetzt nicht gestoppt werden, glauben wir, dass die Awá nur geringe Chancen haben zu überleben.”

 

Auch der französische Résistance-Kämpfer und Diplomat Stéphane Hessel, der 1948 am Entwurf der Menschenrechtscharta mitwirkte, ruft die Menschen dazu auf, sich für eine bessere Welt und die Menschenrechte einzusetzen.

 


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