Neuer Glücksatlas für Europa

Wie glücklich sind eigentlich wir Deutschen- und wie sieht es im Rest von Europa aus?

 

So fragten sich Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften- und präsentierten pünktlich zum neu eingeführten internationalen Tag des Glücks am 20. März ihren Abschlussbericht.

 

Doch wie misst man so etwas Komplexes, kaum Greifbares wie Glück? Keine leichte Aufgabe- doch die Forscher wussten sich zu helfen. Sie führten sechs „Glücksindikatoren“ des „subjektiven und sozialen Wohlbefindens“ ein, auf deren Basis schließlich der „Glücksindex“ errechnet wurde. Machen Sie selbst den Glückstest- stellen Sie sich die folgenden Fragen:

 

1) emotionales Wohlbefinden: Stimmt mich all das, was mir den ganzen Tag im Kopf herumgeht, eher positiv oder negativ?

2) kognitive Bewertung der eigenen Lebensbedingungen: Bin ich mit meinem Leben, so wie es ist, im Großen und Ganzen zufrieden?

3) Vitalität: Bin ich meist gesund und sprühe förmlich vor Energie und Abenteuerlust?

4) psychische Ressourcen: Bin ich in der Regel gut drauf und überwinde Hindernisse mit Leichtigkeit?

5) Realisierung der individuellen Potentiale: Führe ich ein erfülltes Leben, wird das, was ich tue, von anderen wertgeschätzt?

6) soziales Wohlbefinden: Fühle ich mich wohl im Kreis meiner Freunde, Bekannten und Familie? Fühle ich mich fair und respektvoll von ihnen behandelt?

Foto: Wikimedia commons/Stefan-Xp

Soziale Faktoren in Deutschland unterbewertet

 

Die Forscher fanden heraus: Die Deutschen liegen innerhalb Europas auf einer mittleren Position- sowohl in der Rangliste der Staaten als auch durch europäische „Durchschnittsantworten“ auf die einzelnen Fragen. Die Spitze der Rangliste bildet Dänemark, gefolgt von den anderen skandinavischen Staaten und der Schweiz. Das Ende der europäischen Glücksskala markieren Frankreich und Portugal, die als einzige der untersuchten Staaten unter dem europäischen Durchschnitt lagen.

 

Soziale Interaktionen wurden in West- wie Ostdeutschland unterdurchschnittlich bewertet. Die Westdeutschen zeigten sich allgemein optimistischer und belastbarer, gaben jedoch viel „Stress durch die Familie“ an. Dagegen fehlt den Bewohnern der ehemaligen DDR der Glaube, von anderen fair und respektvoll behandelt zu werden. Außerdem sind sie insgesamt unzufriedener mit ihrer allgemeinen Lebenssituation.

 

Arbeitslose besonders unglücklich

 

Ältere Menschen ab 60 pflegten weniger, jedoch intensivere Kontakte als die junge Generation und bewerteten ihr „soziales Glück“ insgesamt positiver. Hohe Einbußen bei Zufriedenheit und Wohlbefinden verzeichneten Arbeitslose- beides ging mit einem verminderten Selbstwertgefühl der Menschen einher.

 

Den einen oder anderen Glücksromantiker mag dies jetzt traurig stimmen: Der „Glücksindex“ hing stark vom materiellen Lebensstandard der Menschen ab. Jedoch waren die Unterschiede zwischen den Ländern bei der allgemeinen Lebenszufriedenheit größer als beim emotionalen Wohlbefinden. Wohlstand ist also bei weitem nicht alles…

niso

 

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